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作者: 当前章节:15407 字 更新时间:2026-6-19 08:06

ungew.hnliche Reaktion dabei empfunden, die sie nicht

wenig verst.rt hatte. Sie breitete ihre Handfl.chen aus und

betrachtete sie. Irgendetwas war anders. Ganz anders als

sonst. Doch was es war, konnte sie nicht herausfinden.

Wenn sie den Worten des Mannes Glauben schenkte,

hatte sie einen Propheten get.tet. Einen Hüter g.ttlicher

Stimmen. Aber der Bewahrer dieser Stimmen war selbst

kein Gott. Wahrscheinlich war er ein Werkzeug der Little

People. Der Prophet war zugleich ein K.nig gewesen, und

K.nigen war es bestimmt, get.tet zu werden. Und sie, die

Attent.terin, war die Hand des Schicksals. Und indem sie

dieses Wesen, das K.nig und Prophet zugleich gewesen

war, gewaltsam ausgel.scht hatte, hatte sie für ein

Gleichgewicht von Gut und B.se auf der Welt gesorgt. Und

musste ebenfalls sterben. Aber sie hatte einen

Tauschhandel abgeschlossen. Dadurch, dass sie den Mann

t.tete und damit praktisch ihr Leben aufgab, rettete sie

Tengo. Das war die Abmachung. Wenn sie an das glaubte,

was der Mann gesagt hatte.

Aber letzten Endes musste Aomame ihm glauben. Er war

kein Betrüger, und Menschen, die den Tod vor Augen

haben, lügen nicht. Vor allem seine Worte hatten sie

überzeugt. Ihre überzeugungskraft wog schwer wie ein

gro.er Anker. Jedes Schiff hatte einen Anker, der seiner

Gr..e und seinem Gewicht entsprach. Welche schaurigen

Taten der Mann auch begangen haben mochte, er war ein

sehr gro.es Schiff gewesen. Das musste Aomame ihm

zugestehen.

Sie zog die Heckler & Koch unsichtbar für den Fahrer aus

dem Hosenbund, sicherte sie und verstaute sie in dem

Beutel. Eine massive, ungef.hr 500 Gramm schwere,

t.dliche Last fiel von ihr ab.

.Das war ja ein schlimmes Unwetter. Es hat in Str.men

gegossen., sagte der Fahrer.

.Das Gewitter?., sagte Aomame. Es schien ihr sehr lange

zurückzuliegen, obwohl es nicht mehr als drei.ig Minuten

sein konnten. .Ja, wirklich. Ein unglaubliches Gewitter..

.Der Wetterbericht hatte es überhaupt nicht

angekündigt. Es hie. sogar, es würde den ganzen Tag die

Sonne scheinen..

Aomame überlegte hektisch. Sie musste etwas sagen.

Aber ihr fiel nichts Passendes ein. Anscheinend arbeitete

ihr Verstand nur noch sehr langsam. .Die

Wettervorhersage war falsch., sagte sie.

Der Fahrer streifte Aomame mit einem Blick in den

Rückspiegel. Vielleicht wirkte ihre Art zu sprechen

irgendwie unnatürlich auf ihn. .Das Wasser soll bei

Akasaka-mitsuke von der Stra.e in die U-Bahn-Station

geflossen sein und die Schienen überflutet haben., erz.hlte

der Fahrer. .Weil die Regenmenge an engen Stellen nicht

ablaufen konnte. Die Ginza- und die Marunouchi-Linie

wurden zeitweise eingestellt. Sie haben es gerade in den

Nachrichten gebracht..

Wegen der starken Regenf.lle fuhren bestimmte U-Bahn-

Linien nicht mehr. Würde das ihre Pl.ne beeintr.chtigen?

Aomame überlegte hastig. Ich fahre zum Bahnhof Shinjuku

und hole meine Reise- und meine Umh.ngetasche aus dem

Schlie.fach. Dann rufe ich Tamaru an und erhalte

Anweisungen. Falls ich von Shinjuku aus die Marunouchi-

Linie nehmen soll, k.nnte es problematisch werden. In

sp.testens zwei Stunden muss ich über alle Berge sein.

Denn dann werden die beiden sich wundern, dass der

Leader nicht aufwacht, und wahrscheinlich im

Nebenzimmer nachschauen. Sobald sie entdecken, dass er

seinen letzten Schnaufer getan hat, werden sie loslegen.

.F.hrt die Marunouchi-Linie noch immer nicht?., fragte

Aomame den Fahrer.

.Tja, das wei. ich nicht. Soll ich die Nachrichten

einschalten?.

.Ja, bitte..

Nach Aussage des Leaders hatten die Little People das

Unwetter herbeigeführt. Sie hatten den Regen an einem

Engpass in Akasaka-mitsuke zusammenstr.men lassen und

so die U-Bahn gestoppt. Aomame schüttelte den Kopf.

Vielleicht steckte dahinter eine Absicht. Die Dinge liefen

nicht so glatt wie geplant.

Der Fahrer schaltete NHK ein. Musik ert.nte. Eine

Sondersendung mit japanischen Volksliedern, gesungen

von japanischen Interpreten, die Mitte der sechziger Jahre

popul.r gewesen waren. Aomame erinnerte sich

verschwommen, dass sie diese Lieder als Kind im Radio

geh.rt hatte. Sie empfand keinerlei Nostalgie. Eher stellten

sich unangenehme Gedanken ein. Diese Melodien weckten

Erinnerungen an Dinge, an die sie sich nicht erinnern

wollte. Eine Weile lie. sie die Sendung geduldig über sich

ergehen, aber alles Warten half nichts, es kam keine

Meldung zur Lage in den U-Bahn-Stationen.

.Entschuldigen Sie, es ist nicht so wichtig, würden Sie das

Radio wieder ausschalten?., sagte sie. .Ich fahre auf alle

F.lle mal zum Bahnhof Shinjuku und schaue mir an, wie es

dort aussieht..

Der Fahrer drehte das Radio ab. .Da ist bestimmt die

H.lle los., sagte er.

Er sollte recht behalten. Im und um den Bahnhof

Shinjuku herum wimmelte es nur so von Menschen. Da die

Bahnen der Marunouchi-Linie nicht fuhren, kamen die mit

der Staatsbahn eintreffenden Umsteiger nicht weiter, und

es herrschte ein unglaubliches Gedr.nge. Alle liefen

aufgeregt in alle Richtungen durcheinander. Der

Berufsverkehr war zwar vorbei, dennoch war es kein

leichtes Unterfangen, sich durch die Menschenmassen zu

k.mpfen.

Endlich erreichte Aomame ihr Schlie.fach und nahm ihre

Umh.ngetasche und die schwarze kunstlederne

Reisetasche heraus, in der sich das Bargeld aus ihrem

Bankschlie.fach befand. Sie holte ein paar Sachen aus ihrer

Sporttasche und verteilte sie auf Reise- und

Umh.ngetasche: den Umschlag mit dem Geld, den der

Kahle ihr gegeben hatte, den Plastikbeutel mit der Pistole

und das Hartschalenetui mit dem Eispick. Die überflüssig

gewordene Nike-Sporttasche packte sie in ein nahes

Schlie.fach, warf eine Hundert-Yen-Münze ein und schloss

ab. Sie hatte nicht die Absicht, sie wieder abzuholen. Es war

nichts mehr darin, aus dem man ihre Identit.t h.tte

ableiten k.nnen.

Die Reisetasche in der Hand, machte sie sich auf die

Suche nach einem .ffentlichen Telefon. S.mtliche Telefone

im Bahnhof waren belagert. Lange Schlangen von Leuten,

die ihren Angeh.rigen ihre wegen der nicht verkehrenden

Bahnen versp.tete Heimkehr ankündigen wollten, reihten

sich vor den Apparaten. Aomame verzog leicht das Gesicht.

Anscheinend wollen die Little People mich nicht so leicht

davonkommen lassen, dachte sie. Wenn es stimmt, was der

Leader gesagt hat, haben sie nicht die Macht, direkt Hand

an mich zu legen. Aber sie k.nnen meine Pl.ne mit

anderen Mitteln durchkreuzen.

Aomame gab das Warten in der Telefonschlange auf,

verlie. den Bahnhof, lief ein wenig herum, entdeckte ein

Café, ging hinein und bestellte einen Eiskaffee. Das

rosafarbene Telefon war zwar besetzt, aber wenigstens

stand sonst niemand an. Aomame stellte sich hinter die

Frau in mittleren Jahren und wartete, dass diese ihr langes

Gespr.ch beendete. Die Frau warf ihr einen gereizten und

pikierten Blick zu, legte aber, nachdem sie noch weitere

fünf Minuten geredet hatte, ergeben auf.

Aomame warf ihr ganzes Kleingeld ein und w.hlte die

auswendig gelernte Nummer. Nach dreimaligem

Rufzeichen ert.nte eine mechanische Tonbandstimme:

.Wir sind leider nicht zu Hause. Bitte hinterlassen Sie nach

dem Signal eine Nachricht..

Das Signal ert.nte, und Aomame sprach in den H.rer:

.Hallo, Tamaru. Wenn du da bist, geh bitte ran..

Es wurde abgehoben. .Hier bin ich., sagte Tamaru.

.Bin ich froh., sagte Aomame.

In Tamarus Stimme schwang eine Anspannung mit, die

sonst nicht da war. .Alles in Ordnung?., fragte er.

.Im Augenblick, ja..

.Ist alles gut gegangen?.

.Er schl.ft jetzt tief. Tiefer geht’s nicht..

.Verstehe., sagte Tamaru. Seine Stimme quoll beinahe

über vor Erleichterung. Für Tamaru, der niemals Gefühle

zeigte, war das eine gro.e Seltenheit. .Ich sage es ihr

lieber. Das wird sie sicher beruhigen..

.Es war allerdings nicht ganz leicht..

.Ich verstehe. Aber du hast es geschafft..

.Ja, kann man so sagen., sagte Aomame. .Ist das Telefon

sicher?.

.Wir benutzen eine spezielle Leitung. Also keine Sorge..

.Ich habe mein Gep.ck aus dem Schlie.fach in Shinjuku

geholt. Und jetzt?.

.Wie viel Zeit hast du?.

.Ungef.hr anderthalb Stunden.. Aomame erkl.rte ihm

kurz, dass die beiden Leibw.chter dann vermutlich

entdecken würden, dass ihr Leader das Zeitliche gesegnet

hatte.

.Anderthalb Stunden genügen., sagte Tamaru.

.Ob sie gleich die Polizei informieren?.

.Keine Ahnung. Die Polizei hat gestern in ihrem

Hauptquartier ermittelt. Man ist nicht so weit gegangen,

eine vollst.ndige Hausdurchsuchung und ein polizeiliches

Verh.r durchzuführen, aber es macht sicher keinen

günstigen Eindruck, wenn ihr Oberhaupt jetzt pl.tzlich

unter ungekl.rten Umst.nden ums Leben kommt..

.Es k.nnte also sein, dass sie es vertuschen und alles

selbst erledigen?.

.Kaltschn.uzig genug sind sie. Wenn wir morgen die

Zeitung lesen, werden wir wissen, ob sie den Tod ihres

Anführers der Polizei gemeldet haben oder nicht. Ich halte

nicht viel vom Glücksspiel, aber ich würde wetten, dass sie

ihn nicht melden..

.Den Gefallen, einen natürlichen Tod anzunehmen,

werden sie uns nicht tun..

.Aber richtig beurteilen k.nnen sie es auch nicht. Man

sieht ja nichts. Ohne Obduktion k.nnen sie nicht wissen,

ob er auf natürliche Weise gestorben ist oder ermordet

wurde. Auf alle F.lle werden sie zuallererst dich befragen

wollen. Schlie.lich bist du diejenige, die den Leader als

Letzte lebend gesehen hat. Und wenn sie merken, dass du

deine Wohnung ger.umt hast und verschwunden bist,

werden sie schon drauf kommen, dass sein Tod nicht ganz

so natürlich war..

.Und sie werden versuchen, mich zu finden. Mit allen

Mitteln..

.Kein Zweifel., sagte Tamaru.

.Ob ich wirklich verschwinden kann?.

.Unser Plan steht. Ein sehr genauer Plan. Wenn wir uns

gewissenhaft und konsequent daran halten, wird niemand

dich finden. Der gr..te Fehler w.re es, jetzt Angst zu

haben..

.Ich werde mich bemühen., sagte Aomame.

.Bleib dabei. Wir müssen schnell handeln, die Zeit zu

unserem Vorteil nutzen. Du bist von Natur aus wachsam

und ausdauernd. Also brauchst du dich nur so zu verhalten

wie immer..

.In Akasaka-mitsuke ist der Regen in die U-Bahn-Station

gelaufen, und die Bahnen fahren nicht., sagte Aomame.

.Ich wei.., sagte Tamaru. .Keine Sorge. Du wirst nicht

die U-Bahn benutzen. Du suchst dir ein Taxi und f.hrst zu

einem sicheren Versteck in der Stadt..

.In der Stadt? Nicht irgendwohin weiter weg?.

.Natürlich gehst du weit weg., erkl.rte Tamaru geduldig.

.Doch zuvor müssen wir noch einige Vorbereitungen

treffen. Du musst dein Gesicht und deinen Namen .ndern.

Au.erdem war dieser Auftrag besonders belastend. Du bist

emotional aufgewühlt. In einem solchen Zustand sollte

man nichts überstürzen, dabei kommt nichts heraus. Du

wirst dich also eine Weile in dem sicheren Apartment

versteckt halten. Keine Sorge, wir kümmern uns um dich..

.Wo ist es?.

.In Koenji., sagte Tamaru.

Koenji, dachte Aomame und klopfte sich leicht mit dem

Fingernagel gegen die Vorderz.hne. Dort kannte sie sich

überhaupt nicht aus.

Tamaru nannte die Adresse des Hauses. Wie immer

machte sich Aomame keine Notizen und pr.gte sich alles

ein.

.Koenji, Südseite. In der N.he der Ringstra.e 7.

Wohnung 303. Das automatische Schloss am Eingang geht

auf, wenn man die Zahlenfolge 2831 eingibt..

Tamaru machte eine Pause.

303 und 2831, wiederholte Aomame im Geist.

.Der Schlüssel ist mit Klebeband unter der Türmatte

befestigt. In der Wohnung steht alles bereit, was du

vorl.ufig zum Leben brauchst. Am besten gehst du eine

Weile nicht aus dem Haus. Ich melde mich bei dir. Ich lasse

es dreimal klingeln, lege auf, und nach zwanzig Sekunden

rufe ich wieder an. Benutz das Telefon bitte m.glichst nicht

von dir aus..

.Verstanden., sagte Aomame.

.Waren es harte Brocken?., fragte Tamaru.

.Die zwei, die er bei sich hatte, machten einen recht

tüchtigen Eindruck. Ziemlich kaltblütig. Aber Profis waren

das nicht. Ein ganz anderes Niveau als du..

.Niemand ist wie ich..

.Es w.re auch ziemlich anstrengend, wenn mehr von

deiner Sorte herumliefen..

.Mag sein., sagte Tamaru.

Aomame nahm ihr Gep.ck und ging zu einem Taxistand.

Auch dort stand eine lange Schlange. Anscheinend war der

Bahnverkehr noch immer nicht wieder aufgenommen

worden. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich

anzustellen und zu warten, bis sie an der Reihe war. Sie

hatte keine Wahl.

W.hrend Aomame zwischen den Gestrandeten – vielen

sah man ihre Ver.rgerung an – auf ein Taxi wartete,

wiederholte sie im Kopf die Adresse und die Nummer der

Wohnung, den Code für die Tür und Tamarus

Telefonnummer. Wie ein Asket, der auf einem Felsen am

Gipfel eines Berges sitzend ein bedeutendes Mantra

rezitiert. Aomame hatte schon immer auf ihr gutes

Ged.chtnis vertraut. Es kostete sie keine Mühe, sich

Angaben wie diese zu merken. Allerdings waren diese

Zahlen lebenswichtig für sie. Sobald sie nur eine davon

verga. oder verwechselte, würde es ihr das überleben

schwer machen. Zu ihrer eigenen Sicherheit musste sie sich

die Nummern fest einpr.gen.

Als sie endlich in ein Taxi stieg, war etwa eine Stunde

vergangen, seit sie das Zimmer mit dem Leichnam des

Leaders verlassen hatte. Bisher hatte sie ann.hernd doppelt

so lange gebraucht wie geplant. Wahrscheinlich hatten die

Little People dadurch Zeit gewonnen. Sie hatten die

Regengüsse in Akasaka herbeigeführt, die U-Bahn gestoppt

und damit die Leute an der Heimfahrt gehindert, sodass

der Bahnhof Shinjuku v.llig überfüllt war, die Taxis nicht

ausreichten und Aomame aufgehalten wurde. Damit sie die

Nerven verlor. Und ihre Gelassenheit. Dennoch konnte

alles auch nur Zufall sein. Vielleicht hatte es sich einfach so

ergeben. Und ich fürchte mich nur vor dem Schatten

irgendwelcher Little People, die es nicht einmal gibt,

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