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»Jaah«, sagten Harry und Ron langsam.
»Na ja, der Schlaumeier hat uns mit dem Leprechan-Goldbezahlt, das diese irischen Maskottchen vor dem Spiel run-terregnen ließen.«
»Und?«
»Und?«, sagte Fred ungeduldig. »Es hat sich natürlich auf-gelöst! Am nächsten Morgen war es weg!«
»Aber – das muss doch ein Versehen gewesen sein?«, warfHermine ein.
George lachte bitter. »Ja, das haben wir zuerst auch ge-glaubt. Wir dachten, wenn wir ihm einfach schreiben, dass ereinen Fehler gemacht hat, würde er die Kohle rausrücken.Aber denkste. Hat unseren Brief einfach ignoriert. In Hog-warts dann haben wir andauernd versucht mit ihm zu reden,aber er hat immer irgendeine Ausrede gefunden, um uns zuentwischen.«
»Schließlich ist er ziemlich fies geworden«, sagte Fred.»Meinte, wir seien zu jung zum Spielen, und er würde unsüberhaupt nichts geben.«
»Also haben wir unser Geld eben zurückverlangt«, sagteGeorge mit finsterem Blick.
»Er hat doch nicht etwa abgelehnt!«, keuchte Hermine.»Volltreffer«, sagte Fred.
»Aber das waren eure ganzen Ersparnisse!«, rief Ron.»Wem sagst du das«, erwiderte George. »Natürlich habenwir irgendwann rausgefunden, was eigentlich los war. AuchLee Jordans Vater hatte einige Schwierigkeiten, sein Geld vonBagman zu kriegen. Wie sich rausgestellt hat, hat er gro-ßen Ärger mit den Kobolden. Hat sich Unmengen Goldvon ihnen geliehen. Eine Bande von denen ist ihm nach derWeltmeisterschaft im Wald auf die Pelle gerückt und hatihm alles Gold abgenommen, das er bei sich hatte, und eswar immer noch nicht genug, um die Schulden zu beglei-
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chen. Dann sind sie ihm bis nach Hogwarts gefolgt, um ihnim Auge zu behalten. Er hat alles beim Glücksspiel verloren.Kann sich nicht mal mehr 'ne Tasse Tee leisten. Und wisst ihr,wie der Idiot die Kobolde bezahlen wollte?«
»Wie?«, sagte Harry.
»Er hat auf dich gewettet, Alter«, sagte Fred. »Hat 'nengroßen Betrag darauf gesetzt, dass du das Turnier gewinnst.Und die Kobolde haben dagegengehalten.«
»Darum also wollte er mir ständig gewinnen helfen!«, sagteHarry. »Aber – ich hab doch gewonnen. Also kann er euchdas Gold zurückzahlen!«
»Von wegen«, sagte George kopfschüttelnd. »Die Ko-bolde spielen genauso 'n dreckiges Spiel wie er. Die sagenjetzt, du hättest dir den ersten Platz mit Diggory geteilt, undBagman hat ja gewettet, dass du allein gewinnst. Also mussteBagman abhauen. Und das hat er gleich nach der drittenRunde getan.«
George seufzte tief und begann die Karten neu auszuteilen.Die restliche Reise war ein wahres Vergnügen; Harrywünschte sich sogar, sie würde den ganzen Sommer dauern,ohne dass sie je in King's Cross ankämen ... doch wie er die-ses Jahr auf die harte Tour hatte lernen müssen, verlangsamtsich der Lauf der Zeit nicht, wenn etwas Unangenehmes aufeinen zukommt, und allzu schnell war es so weit und derHogwarts-Express lief auf Gleis neundreiviertel ein. Wieüblich machte sich beim Aussteigen ein lärmiges Durchei-nander auf den Gängen breit. Ron und Hermine kämpften sichmit ihren schweren Koffern an Malfoy, Crabbe und Goylevorbei.
Harry jedoch blieb sitzen. »Fred – George – einen Mo-ment noch.«
Die Zwillinge kamen zurück. Harry öffnete den Koffer undholte seinen Trimagischen Gewinn hervor.
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»Für euch«, sagte er und drückte George den Goldbeutel indie Hand.
»Wie bitte?« Fred war völlig perplex.
»Für euch«, wiederholte Harry bestimmt. »Ich will esnicht.«
»Du bist verrückt geworden«, sagte George und versuchteden Beutel Harry wieder aufzudrängen.
»Nein, bin ich nicht«, sagte Harry. »Nehmt das Gold undmacht euch ans Erfinden. Es ist für den Scherzladen.«»Er ist tatsächlich verrückt geworden«, sagte Fred mit bei-nahe furchtsamer Stimme.
»Hört zu«, sagte Harry entschlossen. »Wenn ihr's nichtnehmt, werf ich's in den Gully. Ich will es nicht und ichbrauch es nicht. Aber ich könnte ein paar Lacher vertragen.Wir alle könnten ein paar Lacher vertragen. Und ich hab daso 'ne Ahnung, dass wir sie bald mehr als sonst brauchenwerden.«
»Harry«, sagte George matt und wog den Geldsack in denHänden, »dadrin müssen mindestens tausend Galleonensein.«
»Jaah«, grinste Harry. »Überlegt mal, wie viel Kanarien-krem das gibt.«
Die Zwillinge starrten ihn an.
»Aber sagt eurer Mum nicht, woher ihr es habt ... ob-wohl, wenn man's bedenkt, sie ist jetzt sicher nicht mehr soscharf darauf, dass ihr im Ministerium anfangt ...«
»Harry«, setzte Fred an, doch Harry zückte seinen Zau-berstab.
»Passt auf«, sagte er kurz angebunden, »nehmt es oder ichjag euch einen Fluch auf den Hals. Ich kenn inzwischen einpaar gute. Aber tut mir einen Gefallen, ja? Kauft Ron einenanderen Festumhang und sagt, er sei von euch.«
Er verließ das Abteil, bevor sie den Mund aufmachen
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konnten, und stieg über Malfoy, Crabbe und Goyle hinweg,die immer noch mit Fluchmalen überwuchert auf dem Ganglagen.
Onkel Vernon wartete auf der anderen Seite der Absper-rung. Mrs Weasley stand ganz in seiner Nähe. Sie kam Harryentgegen, umarmte ihn herzlich und flüsterte ihm ins Ohr:»Ich glaube, Dumbledore lässt dich später im Sommer zu unskommen. Lass was von dir hören, Harry.«
»Bis dann, Harry«, sagte Ron und gab ihm einen Klaps aufden Rücken.
»Ciao, Harry!«, sagte Hermine und tat etwas, das sie nochnie getan hatte: Sie küsste ihn auf die Wange.
»Harry – danke«, murmelte George, und Fred an seinerSeite nickte eifrig.
Harry zwinkerte ihnen zu, wandte sich zu Onkel Vernon umund folgte ihm schweigend aus dem Bahnhof. Noch hat eskeinen Sinn, sich Sorgen zu machen, dachte er, als er hin-ten in den Wagen der Dursleys stieg. Wie Hagrid gesagt hatte,was kommen musste, würde kommen ... und wenn es da war,würde er den Kampf aufnehmen müssen.
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