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作者:德- Friedrich Glauser 当前章节:2783 字 更新时间:2026-6-23 06:01

Vater Äbi stand da, die Unterlippe hing ihm aufs Kinn, ratlos starrten seine Schnapseräuglein. Aber der Hausvater Hungerlott entschloß sich schneller – ein Sprung… Zersplitterndes Glas – Der Hausvater war zum Fenster hinausgesprungen. Alles drängte sich zu den zerbrochenen Scheiben. Unten lag der Mann, mühsam kroch er vorwärts; sicher hatte er ein Bein gebrochen…

Mutter Äbi stand mitten im Zimmer; ein Wollschal war auf ihrer Brust gekreuzt und ihre verarbeiteten Hände waren gefaltet. Leise sagte sie:

»Mein ist die Rache, spricht der Herr…« Dann lösten sich die Finger voneinander, die alte Frau nahm die Handtasche, die sie unter ihren Arm geklemmt hatte, suchte darin und brachte schließlich ein Päckchen Briefe zutage.

»Die hat mir der Ernst gebracht – nach dem Tode der Anna. ›Behalt sie auf, Mutter‹, hat er gesagt. ›Nicht, daß sie in böse Hände kommen‹. Jemand hat sie der Schwester geschrieben, sie waren der einzige Trost für die Anna! Aber Ihr, Herr Studer, könnt sie behalten, wenn Ihr wollt…«

Studer blätterte in dem Päckli. »Meine Geliebte!« – »Meine Innigstgeliebte!« – »Liebste! Bist du krank? Ich bin so traurig. Ist dein Mann gut zu dir? Sobald du gesund bist, mußt du die Scheidung einleiten. Ich habe mit deinem Onkel gesprochen und dieser ist einverstanden…« Der Wachtmeister setzte sich in einen Stuhl, das Summen im Zimmer störte ihn nicht. Er las weiter – »Meine Mutter hat mir gesagt, sie freue sich, dich begrüßen zu können. Dann wollen wir auch versuchen, deiner Mutter zu helfen. Die arme Frau…«

»Was liest du da, Studer?« fragte der Polizeihauptmann. »Gehört das nicht auch zu den Akten?«

Der Wachtmeister schüttelte den Kopf. »Das hat nichts mit dem Fall zu tun. Gar nichts. Eine Privatsache, weiter nichts.«

»Dann ist's gut. Wenigstens einmal hast du dich nicht blamiert.«

»Nicht blamiert? Du hast eine Ahnung! Ich hab' nicht herausbringen können, warum ein Packpapier bei der Untersuchung einen Marshschen Spiegel gehabt hat. Und der Mann, der mir das sagen könnte, ist abgereist.«

»Ein Zeuge?« fragte der Hauptmann. »Hast du einen Zeugen verreisen lassen? Was fällt dir ein?«

»Er wird nicht erben können, der Zeuge. Nicht erben können! Zwar – erben wollte er nicht, darum macht es nichts.«

»Du redest wieder einen Chabis zusammen! Ein wenig hat der Hungerlott doch recht gehabt!«

Studers Schnurrbart begann zu zittern. Er wandte den Kopf. Sein Freund, der Notar, stand hinter ihm.

»Münch«, fragte der Wachtmeister, »wann spielen wir wieder Billard?«

»Öppe in zwo Woche…«, meinte Münch. Er griff an seinen Schädel, der ihn arg zu schmerzen schien.

»Das kommt davon«, sagte Studer, »wenn man mit achtundfünfzig Jahren Räuberlis spielen will…«

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