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作者:德- John Keats 当前章节:15382 字 更新时间:2026-6-22 20:40

John Keats

Gedichte von einem,

dessen Name in Wasser geschrieben wurde

Ode an eine Nachtigall

Ein Herz tut weh, und schläfriges Erlahmen,

Als hätt ich Gift getrunken, quält mich sehr.

Betäubte mich ein Trank aus giftigen Samen?

Mich hüllt Vergessenheit, ich weiß nichts mehr.

Doch ist's nicht Neid auf dein so glücklich Los –

Nur füllt so schwer mit Glück dein Glück mich an:

Daß du, des Walds beflügelte Dryade,

In lieblich kühlem Schoß,

Im Schatten, den das Buchengrün dir spann,

Der Freiheit jubeln kannst, der Sommergnade.

O Wein jetzt! Jungen Wein, den Erde kühlte,

Den dunkelkühl ein langes Jahr gereift,

Der sonngebräunten Frohsinn tanzen fühlte,

Und der des Provençalen Lied begreift;

O einen Becher warmen Südens jetzt!

O Hippokrene, die zum Rande schäumt

Und gern und gut Begeisterung bereitet

Mit Lippen rot benetzt,

Dich will ich trinken, daß ich ungesäumt

Zum Wald entschweben kann, von dir geleitet.

Entschweben, ganz vergehn – und ganz vergessen,

Was du in deinem Walde nie gekannt:

Die Menschennot, die Mühen unermessen,

Das Sorgenfieber, das die Herzen bannt;

Du weißt nicht, wie gelähmtes Alter stöhnt,

Wie Denken immer nur Sich-härmen heißt,

Wie Jugend bleicht und schleicht und siecht und schwindet,

Und wie Verzweiflung höhnt,

Wo Schönheit, wenn ihr Blick das Leben preist,

Um Liebe weinen lernt und bald erblindet.

Hinweg! Zu dir! Doch soll nicht Bacchus Wagen

Mit Pantherkraft mich ziehn, nein! Poesie

Soll mich auf unsichtbaren Schwingen tragen,

Drückt auch dies Hirn noch müde Apathie.

Schon bin ich bei dir! Milde ist die Nacht,

Und Luna thront mit lächelndem Gesicht

Und überblickt ihr Sternenvolk voll Gnade,

Doch hat sie hier nicht Macht:

Nur manchmal bläst ein Windhauch etwas Licht

Durch grüne Dämmernis auf moosige Pfade.

Ich sehe nicht, was blüht zu meinen Fußen,

Welch süßer Balsam rings an Zweigen hängt;

Doch auch im Dunkel ahn ich, was an süßen

Duftwellen atmend in die Mainacht drängt

Aus wildem Beerenbaum und Gras und Strauch:

Ich atme Weißdornduft und Rosenblühn

Und Veilchen, die in Blätterbetten sterben,

Und Moschusrosen auch,

In denen morgens bunte Tropfen glühn

Und abends Sommerfliegen sich umwerben.

Im Dunkel lausche ich; und wie Verlangen

Mich oft schon faßte nach dem stillen Grab,

Wie ich dem Tod, mich herzlich zu umfangen,

Schon oft in Liedern liebe Namen gab,

So scheint mir Sterben jetzt besonders schön.

Ach, schmerzlos mich zu lösen in die Nacht,

Indeß dein Sang in heiligen Ekstasen

Beschüttet Tal und Höhn

Und doch mein Herz nicht höher schlagen macht,

Das nur als Duft noch schwingt im blumigen Rasen.

Du Vöglein wurdest nicht zum Tod geboren!

Nein, dich zertritt kein hungerndes Geschlecht.

Was diese Nacht mir tönt, sang in die Ohren

Dem ersten König schon, dem ersten Knecht,

Und ist vielleicht derselbe Sang, der tief

Der heimwehkranken Ruth zum Herzen klang,

Als sie in Tränen schritt durch fremde Gassen,

Derselbe Sang, der tief

Bezaubernd sich um Märchenschlösser schwang

Und Feenreiche, die nun längst verlassen.

Verlassen! Ach, dies Wort ist wie das Klingen

Trostloser Glocken, das zu mir mich mahnt!

Auch Phantasie kann nicht Erlösung bringen,

Wenn ihr nicht Hoffnung einen Weg gebahnt.

Lebwohl! Lebwohl! Dein Schmerzgesang entschwebt

Zum Wiesengrund aus Waldes hohem Dom,

Ins Tal hinab und schweigt am dunklen Bache.

Ward mir ein Traum belebt?

Betrog die wachen Sinne ein Phantom?

Wer sagt mir, ob ich schlafe oder wache!

Ode auf eine griechische Urne

Liebkeusche Braut der steten Stille du,

Du Pflegekind von Tag und Tag und Schweigen!

Welch blumiges Waldgeschichtchen schilderst du –

Und sagst es süßer als ein Reimereigen?

Welch blattumrankte Mär umstreicht dein Rund

Von Göttern oder Menschen oder beiden

In Tempe oder in Arkadiens Hängen?

Wer sind sie, die an Mädchenangst sich weiden?

Was jagt so toll? Was ringt und flieht so bunt?

Welch Flötenlied? Welch lustberauschtes Drängen?

Gehörtes Lied ist süß, doch süßer ist

Ein ungehörtes: sanfte Flöte, weiter!

O wie du, klanglos, mehr als köstlich bist,

Du geisterhaft-lautlosen Lieds Begleiter!

Nie kannst du, Jugend, lassen von dem Sang,

Wie nie die Bäume hier ihr Laub verlieren;

Du keck Verliebter, nie, nie kannst du küssen,

So nah du auch dem Ziel – doch sei nicht bang:

Nie welkt sie! Wirst du auch entbehren müssen,

Wird Liebe dich und Schönheit sie stets zieren.

Glücklicher Baum in ewiger Frühlingszeit,

Nie sinken deiner Zweige Blätter nieder.

Glücklicher Sänger, ohne Müdigkeit

Für immer flötend immer neue Lieder!

Und Liebe, Liebe, voll von größerem Glück:

Für immer heiß und der Erfüllung harrend,

Du immer jagende, du immer junge!

Wie steht vor dir lebendige Gier zurück,

Die Herzen satt macht, im Genuß erstarrend,

Die Hirn erhitzt und dürr versengt die Zunge!

Und wer sind diese mit dem Priester hier

Und jener Färse? Welcher Gottheit danken

Im Grünen sie mit schönstem Opfertier,

Dem Kränze blühen um die seidnen Flanken?

Welch kleine Stadt an Fluß, in Bergeshain,

An Seestrand, Stadt mit Burg zu Wehr und Frieden.

Steht diesen frommen Tag mit leeren Gassen?

Du kleine Stadt wirst ewig stumm nun sein,

Denn keinem wird die Heimkehr je beschieden,

Dir kundzutun, warum du so verlassen.

O attische Form, so schön wie nie erschaut,

Um die sich marmorn Mann und Mädchen ranken,

Mit vollen Zweigen und zertretnem Kraut,

Schweigende Form! du rufst in uns Gedanken,

Wie Ewigkeit es tut: kalt Schäferspiel!

Sind wir mit unserm Leid dahin, so findest

Du andres Leid und wirst in Kümmernissen

Den Menschen trösten, dem du dies verkündest:

»Schönheit ist Wahrheit, Wahr ist Schön!« – Nicht viel,

Nur dies weißt du – und brauchst nicht mehr zu wissen.

Ode an Psyche

O Göttin! lausche diesem armen Lied,

Das lieb Erinnern, süßer Zwang geboren;

Verzeih, das dein Geheimnis es erriet

Und wiederkündet deinen eignen Ohren:

Ich träumte heut – denn sollte wacher Sinn

Wohl je die lichtbeschwingte Psyche schauen? –

In lichtem Walde schritt ich für mich hin,

Da plötzlich faßte mich ehrfürchtig Grauen:

Eng Seit an Seite lag ein schönes Paar

Ins Gras gebettet, über ihnen spann

Das Laub ein flüsternd Dach, ein Bächlein rann

Durchs Grün, kaum wahrnehmbar.

Auf blumiger Au, die bunt und silberklar

Und kühl und duftend in die Stille sann,

Sanftatmend lagen sie, die Flügel bogen

Sich aneinander und die Arme auch,

Die Lippen trennte nur ein Atemhauch,

Als halbe Schlummer Mund von Mund gezogen,

Als würden jungerwachte Liebeswogen

Zu neuem seligen Küssen sie beglücken.

Den Knaben kannte ich;

Du Taube doch, du lieblichstes Entzücken,

Warst Psyche sicherlich!

O letztgebornes lieblichstes Gesicht

Hoch über des Olymps verbleichter Pracht!

O schöner du als erstes Sternenlicht,

Das wie ein Glühwurm in den Abend wacht.

Ja schöner du! Obgleich nicht ein Altar

Noch Opfer dir geschichtet

Und nächtens keine süße Mädchenschar

Zu dir Gesänge richtet:

Kein Wort, kein Flötenspiel, kein frommer Rauch,

Der sanft aus schwingenden Gefäßen wellte,

Kein Schrein, kein Hain, nicht ein inbrünstiger Hauch,

Der eines bleichen Priesters Träumen schwellte.

O Strahlendste! Zu spät für jene Zeit,

Zu spät, zu spät auch für leichtgläubige Leier,

Die heilig sprach des Waldes Einsamkeit,

Heilig die Luft, das Wasser und das Feuer.

Doch selbst in unsern Tagen, die so ferne

Von froher Frömmigkeit, erglänzt dein Flug,

Der über stürzenden Olymp dich trug,

Nun meinen Augen, und ich bete gerne.

So laß mich sein die süße Mädchenschar,

Die betet am Altar,

Dein Wort, dein Flötenspiel, dein frommer Rauch,

Den dir ein schwingend Weihgefäß entsendet,

Dein Schrein, dein Hain und dein inbrünstiger Hauch,

Den eines bleichen Priesters Traum dir spendet.

Ich will, dein Priester, dir den Tempel richten

In meiner Seele unbegangnem Hain:

Verschlungene Gedanken sind die Fichten,

Die flüsternd schützen deinen heiligen Stein,

In dunklen Gruppen sollen all die Bäume

Die steilen Bergesklüfte dicht befiedern,

Und schlummernde Dryaden wiegt in Träume

Der Wind, der Strom, der Wald mit seinen Liedern.

Und in der Mitte dieser weiten Stille

Baut dir ein rosiges Heiligtum mein Wille

Mit allem, was inbrünstiges Hirn ersinnt,

Umrankten Gittern, seltnen Blütenglocken.

Im Blumenhain, den Phantasie dir spinnt,

Ist alles Blühen ewiges Frohlocken,

Und dort ist dein allsüße Seligkeit,

So weit wie Träume fassen,

Und Fackel nachts und Fenster, das bereit,

Die Liebe einzulassen.

Ode auf die Indolenz

Ein Morgen war, da sah ich drei Gestalten,

Das Haupt gesenkt und Hand in Hand geschmiegt,

Und wie sie feierlich vorüber wallten

Mit sanftem Schritt, von weißem Kleid umwiegt,

Wars so, als würde marmornes Gefäß

Rundum gedreht, den Bildschmuck zu besehen,

Bis daß des Reigens Anfang wiederkehrt;

So kamen sie, dem Urnenbild gemäß.

Und wie wir fremd vor mancher Urne stehen,

So war auch hier Verstehen mir verwehrt.

Wie kams, daß ich euch Schatten nicht erkannte?

Wars Absicht, daß wie starres Maskenbild,

Den Blick verhüllt, sich keine näher wandte,

Damit nun Trägheit meine Tage füllt?

Ihr stahlt euch fort; die Stunde trug so schwer:

Wie Wolkenschwall kam Indolenz geschwommen,

In Sommerseligkeit ertrank mein Blick,

Und Leid und Freude schmolz im sonnigen Meer.

Was mußtet ihr so mahnend wiederkommen?

Entschwebt, und laßt mir nichts als nichts zurück!

Sie nahten sich zum drittenmal und wandten

Den Blick nach mir – und wandelten vorbei;

Ich wollte folgen, meine Pulse brannten.

Euch nach! so riefs in mir, ich kenn euch drei!

Du bist die Liebe, erste – schönste Maid!

Du zweite: Ehrsucht mit den bleichen Wangen

Und müden Augen, – ach, sie schlummert nie!

Du letzte, viel geschmäht in Haß und Streit,

Von mir geliebt in schmerzlich süßem Bangen,

Du bist mein Dämon – du bist Poesie!

Sie schwanden – und ich sehnte mich nach Schwingen.

O Torheit! – Liebe? Wem erblüht sie je? –

Und Ehrsucht? Was kann arme Ehrsucht bringen?

Was ist sie mehr als eine Wahnidee! –

Und Poesie? Nein, so beglückt sie nie –

Mich sicher nie – wie süße Sommerstunden,

In die des Nichtstuns goldner Honig taut.

O hinter Mauern seliger Lethargie

Ein Leben leben, fern von Qual und Wunden,

Von Tag und Nacht und hastigem Menschenlaut!

Noch einmal nahten sie wie stumme Frage.

Weshalb? Mit Träumen war mein Schlaf bestickt,

Die Seele lag gleich buntdurchblühtem Hage,

Von Sonnenglanz und Schattenspiel durchblickt;

Der Morgen war bewölkt, sein Auge schwer

Von Tränen, doch sie flossen nicht hernieder;

Durchs offne Fenster lugte junger Wein,

Drang Knospenglut und klangen Drossellieder –

O Schatten! Geht und naht euch nun nicht mehr,

Ich hatte keine Tränen euch zu weihn.

Ihr könnt mein Haupt nicht heben, das im Grase,

Im buntdurchblühten, kühl in Ruhe sank;

Mich lüstet nicht nach Ruhm, nach Lobesphrase,

Nicht Held zu sein in bürgerlichem Schwank.

Verweht vor meinem Blick, seid noch einmal

Wie alter Urne fremde Traumfiguren.

Lebt ewig wohl! Noch hab ich für die Nacht,

Noch für den Tag Visionen ohne Zahl.

Phantome ihr, entschwebt in Wolkenfluren,

Mein Geist ruht aus, ihr habt ihn nicht in Macht!

An die Hoffnung

Wenn ich in meinem Zimmer einsam bin

Und häßliche Gedanken mich umdunkeln,

Wenn keine Traumlust schmeichelt meinem Sinn,

Aus kahlem Leben keine Blüten funkeln,

Dann, süße Hoffnung, schenke Balsam du,

Mit Silberschwingen fächle mich in Ruh.

Und wenn ich wandre zu Beginn der Nacht

Durch Dickichte, die keinen Mondglanz kennen,

Und wenn Verzagtheit mich bekümmert macht

Und gut versteht, von Frohsinn mich zu trennen,

Dann lug durchs Laubendach als lichter Stern

Und halt den Teufel Kleinmut von mir fern.

Und sollt Verdruß, der Verzweiflung liebt,

Für sie nach meinem jungen Herzen krallen,

Die durch die Luft gleich schwarzer Wolke schiebt

Und immer lauert, auf mich herzufallen,

Dann, süße Hoffnung, strahle deine Pracht

Und scheuche ihn, wie Morgen scheucht die Nacht!

Spricht je das Schicksal jener, die mir nah,

Zu meinem Herzen von betrübten Sorgen,

O Hoffnung, heiliges Auge, lächle da,

Laß deine süßen Tröstungen mich borgen,

Himmlisches Leuchten, Hoffnung, schenke du,

Mit Silberschwingen fächle mich in Ruh!

Wenn je unglücklich Lieben an mir zehrt

Zu einer grausam unbarmherzigen Schönen,

So laß mich denken, daß es doch von Wert,

Sonette in die Mitternacht zu stöhnen!

O süße Hoffnung, schenke Balsam du,

Mit Silberschwingen fächle mich in Ruh!

Im langen Lauf der Jahre, die da gehn,

Gib mir, daß unser Land der Ehre diene,

Und laß mich wieder seine Seele sehn:

Die Freiheit – nicht nur freiheitliche Miene.

Besondern Glanz, o Hoffnung, schenke du –

Und gib mir unter kühlen Schwingen Ruh!

Die große Freiheit, weiß und ungeschmückt,

Um deren Reinheit Patrioten sterben,

Laß mich nicht sehn, wie sie der Purpur drückt

Und sie sich beugt und bietet dem Verderben;

Doch laß mich deine Silberschwingen sehn,

Die glitzernd breit in dunklen Himmeln stehn.

Und wie wohl eines Sternes kleines Licht

Verheißungsvoll in schwarzen Höhen funkelt

Und milden Strahls durch finstre Wolken bricht,

So, süße Hoffnung, wenn mein Sinn umdunkelt

Von trübem Ahnen, dann erscheine du,

Mit Silberschwingen fächle mich in Ruh!

Auf die Phantasie

Lass die Phantasie nur schweifen,

Freude will zuhaus nicht reifen;

Denk, dein kleines Glück zerfließt:

Regen, der aufs Pflaster gießt.

Drum laß Phantasie nur streifen,

Weiter als Gedanken schweifen,

Riegle auf des Geistes Tor –

Lichtwärts segelt sie empor.

Süße Phantasie laß frei,

Sommers Freude flieht vorbei,

Und des Lenzes liebe Lust

Welkt wie all sein Blütenblust;

Herbstes rote Früchte auch –

Rot von Tau und Nebelrauch –

Sind dir Überdruß. Was nun?

Still am Herde sollst du ruhn,

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