饭饭TXT > 海外名作 > 《Gedichte》作者:[德] John Keats【完结】 > Gedichte - John Keats.txt

第 11 页

作者:德- John Keats 当前章节:15397 字 更新时间:2026-6-22 20:40

Dem das Elysium, der begeistert trinkt.

Bald steht Gott Bacchus leuchtend im Zenith,

Und jede Wange, jedes Auge glüht.

Man brachte Kränze von jedwedem Grün,

Drein jeder süße Duft geflochten schien

Beraubter Täler, Höhn und sanfter Hänge.

Aus breiten Körben quoll die bunte Menge,

Um goldne Henkel selbst hing grüne Last,

Daß nach Geschmack sich kröne jeder Gast,

Das Haupt bekränze mit erwähltem Grün,

Das seinem Wesen anzustehen schien.

Für Lamia welchen Kranz? Für Lycius dann?

Und welcher steht dem Apollonius an?

Des Weibes wehe Stirne sei umschlungen

Von schlankem Weidenzweig und Natterzungen,

Und für den Jüngling soll die Rebe sein,

Daß seiner Augen allzuwacher Schein

Hintauche in Vergessen; und des Allen

Gehässige Stirn soll Speergras scharf umfallen

Und kriegerische Distel stechend drücken;

Denn flieht nicht aller Zauber vor den Tücken

Nüchterner Denkungsart? Da war einmal

Ein Regenbogen hehr am Himmelssaal:

Jetzt kennt man sein Gewebe, seinen Bau,

Die Wissenschaft erklärte ihn genau

Und rubrizierte ihn wie andre Dinge.

Philosophie wirft ihre kecke Schlinge

Um Engelsschwingen und um Zauberpracht

In Luft und Bergesschoß und Meeresnacht,

Zerreißt die Wunder, wie sie auch erzwang

Der zarten Lamia Not und Untergang.

Wie ragend sie bei ihrem Lycius saß,

Der alles andre tief verzückt vergaß,

Bis er gewaltsam sich dem Traum entwand,

Den Becher nahm, der perlend vor ihm stand,

Und weit den heißen Blick hinüberschickte –

Ob nicht sein alter Lehrer freundlich blickte.

Der Philosoph und Kahlkopf aber starrte

Zur schönen Braut, die regungslos verharrte.

Mit Brauenrunzeln blickte er sie an,

Zwang ihren süßen Stolz in seinen Bann.

Lycius nahm ihre Hand und hielt sie fest.

Die lag so bleich aufs Lager hingepreßt

Und war so kalt, daß es sein eigen Blut

Durchschauerte, – dann wieder so voll Glut,

Daß heiße Woge ihm zum Herzen schoß,

Darein sie Angst und tiefes Grauen goß.

»Lamia, was soll das? Sag, was ficht dich an?

O gib mir Antwort: Kennst du jenen Mann?«

Arm Lamia sagte nichts. Er spähte tief

Ins Auge ihr, ob nicht ein Blick ihn rief.

Doch nichts verriet ein Grüßen und Erkennen –

Umsonst sein Blick, sein sehnendes Entbrennen!

»Lamia!« so schrie er auf. Doch sie blieb stumm,

Und stumm ward auch die Gästeschar ringsum.

Das Jauchzen der Musik verstummte ganz,

Und Myrthe welkte in jedwedem Kranz,

Und Stimme, Flöte und Vergnügen schwand,

Bis Totenstille schwer im Saale stand;

Gespenstisch schien sie, wild und wahrnehmbar

Und setzte Schrecken jedem Mann ins Haar.

»Lamia!« so kreischte er, und nur sein Ruf

Im toten Schweigen sich ein Echo schuf.

»Hinweg, du Traum!« so schrie er angstvoll laut

Und spähte neu ins Antlitz seiner Braut,

Wo keine blaue Ader mehr belebte

Die edle Schläfe, und kein Rot erbebte

Auf zarter Wange; keine Leidenschaft

Verlieh dem fernen Blick Gefühl und Kraft:

Und nicht mehr schön und jung und liebereich

Saß Lamia da – erstarrt und totenbleich.

»Schließ, schließ die Augen, unbarmherziger Mann!

Blick fort, du Unhold! Sonst soll dich der Bann

Der Götter treffen, deren Zorn entsiegelt

Sich schattenhaft in diesen Bildern spiegelt;

Dein Auge soll ihr scharfer Zorn durchstechen,

Den frechen Blick in Schmerz und Blindheit brechen,

Daß du in Zittern und in ewigem Bangen

In Reue und Gewissensnot gefangen

Vor ihnen fliehst, die du so schwer verletzt,

Da du dich frevelnd über sie gesetzt.

Korinther! Seht ihr den graubärtigen Wicht

Und die Besessenheit, die aus ihm spricht

Und seine wimperlosen Lider weitet

Und wie ein Dämon seine Blicke reitet?

Korinther, seht, wie meiner süßen Braut

So namenlos vor seinen Blicken graut!«

»Narr!« sagte der Sophist in leisem Ton.

Die Stimme bebte in zufriednem Hohn. –

Von Lycius nur ein banger Seufzer kam,

Der seinen letzten Lebensatem nahm.

Er stürzte nieder mit gebrochnem Herzen,

An seiner Seite kämpften Lamias Schmerzen.

»Narr, Narr!« rief jener, während seine Augen

Noch immer reglos an den ihren saugen,

»Vor allem Übel schützt' ich dich bis heute –

Und ließe einer Schlange dich zur Beute?«

Da atmet Lamia Tod; der Blick des Weisen

Durchbohrte grausam sie wie scharfes Eisen.

Sie bat ihn, still zu sein, so gut die Hand

Noch schwach die Bitte kundzutun verstand.

Umsonst; er blickte, blickte wieder –: nein!

Und nochmals: »Einer Schlange!« – Gelles Schrei'n –

Und sie verschwand, und niemand sah sie mehr.

Und Lycius' Arm war von Entzücken leer,

Leer wie sein Leib von Leben. Stumm und kühl

Lag vor den Freunden er auf hohem Pfühl,

Sein Puls stand still, es ging kein Atemzug –

Tot war der Leib, der Hochzeitskleider trug.

Hyperion

Fragment

Erstes Buch

In tiefen Tales schattigem Trauerdunkel,

Versunken vor des Morgens frischem Hauch,

Des Mittags Glut, des Abends einem Stern,

Saß, grau im Haar, Saturn, so still wie Stein,

Still wie das Schweigen um sein Lager rings.

Rund um sein Haupt hing bergend Forst bei Forst,

Wie Wolke über Wolkenbank. Die Luft

War stiller noch wie je an Sommertag,

Da sie dem Gras den leichten Samen nahm;

Und welkes Blatt blieb liegen, wo es fiel.

Ein Fluß zog stumm vorbei, verstummter noch

Im düstern Schatten des gefallnen Gottes.

Im Schilfversteck schloß bebend die Najade

Den kalten Finger fester auf die Lippen.

Fußstapfen gingen breit im Ufersand,

Nicht weiter, als sein Fuß gekommen war,

Und schliefen dann. Auf moorig feuchtem Boden

Lag kraftlos, reglos seine Rechte, tot

Und szepterlos. Sein Auge war geschlossen,

Das Herrscherauge, das kein Reich mehr bannte.

Gebeugtes Haupt schien seiner Mutter Erde,

Uralter Mutter, Trostwort zu erbitten.

Es schien, als könne keine Macht ihn wecken.

Doch eine kam, die seine breiten Schultern

Mit trauter Hand berührte, da der Stille

Nicht sah, wie sie zum Gruß sich tief verneigte,

Sie, eine Göttin der noch jungen Welt!

So groß war sie, daß selbst die Amazone,

Die hochgewachsne, zwerghaft neben ihr.

Sie hätte leicht Achill beim Schopf gepackt,

Den Nacken ihm gebeugt, und hielte leicht

Ixions Rad mit einem Finger an.

Ihr Antlitz war so breit wie memphischer Sphinx

Verschwiegnes Angesicht, in das Gelehrte

Um Kunde von Egypten prüfend blickten.

Doch oh, wie wenig marmorn dies Gesicht!

Wie schön, wenn nicht der Kummer es verstände,

Noch schöner als selbst Schönheit auszusehn!

Ein angstvoll Lauschen lag in ihrem Blick,

Als habe Unheil eben erst begonnen;

Als hätten erste Wolken böser Tage

Ihr Übel ausgespien und jetzt ergrolle,

Schwer voll von Donner, neues Leidgeschick.

Die eine Hand lag fest auf jener Stelle,

Wo Menschenherz in Schmerz zu schlagen pflegt,

Als fühle dort auch sie die herbste Pein,

Sie, die unsterblich doch und göttlich war;

Die andre um Saturns gebeugten Nacken

Geschmiegt, so bog sie sich zu seinem Ohr

Und sprach mit ernster voller Orgelstimme

Die Trauerworte, die in unsrer Sprache –

Wie kraftlos, ach, verglichen mit den Lauten

Der frühen Götter! – dies bedeutet hätten:

»Saturn, blick auf! – Wozu jedoch, du Armer?

Ich habe keinen Trost für dich, nicht einen!

Ich kann nicht sagen: o, was schläfst du doch?

Denn Himmel ist von dir getrennt, und Erde

Kann dich Gebeugten nicht als Gott erkennen;

Und Ozean mit seinem Wogenbrausen

Entwand sich deinem Szepter, und die Luft

Ist leer von deiner greisen Majestät.

Dein Donner, neuer Herrschaft untertan,

Umdröhnt nur zögernd dein gestürztes Haus.

Dein scharfer Blitz in ungeübten Händen

Zerstört das einst so selig heitere Reich.

O Schmerz! O Augenblicke groß wie Jahre!

Ihr rollt vorbei und schwellt die ungeheure

Grausame Wahrheit aus und preßt sie schwer

Auf unsern müden Gram, daß Selbstbetrug

Nicht einen Atemzug mehr wagen kann. –

Saturn, schlaf fort! – O wie gedankenlos

Verletzt' ich Schlummer dir und Einsamkeit.

Warum den schwermutvollen Blick dir öffnen?

Saturn, schlaf fort! Ich weine dir zu Füßen.«

Wie wenn in tief entrückter Sommernacht

Die grünberockten Ratsherrn mächtiger Wälder,

Die hohen Eichen, von den ernsten Sternen

In Bann gezaubert, träumen und die Nacht,

Die ganze Nacht so reglos weiter träumen,

Nur dann und wann von Windstoß wachgeschaukelt,

Der sachte in das Schweigen stößt und stirbt,

Als ebbe hoch in Luft nur eine Woge,

So kamen, gingen diese Tränenworte.

Sie bog die schöne breite Stirn zu Boden,

So daß ihr Haar, ein sanfter seidner Teppich,

Saturn zu Füßen ausgebreitet lag. –

Ein Mond war mählich wechselnd hingegangen,

Und reglos ruhten immer noch die beiden,

Wie Steingebild in domgewölbter Grotte:

Der Gott erstarrt am kalten Boden kauernd,

Die Göttin tränenvoll zu seinen Füßen –

Bis nun Saturn den welken Blick erhob

Und sah, sein Königreich war fort, und sah

Das Dunkel und die Trauer dieses Ortes

Und jene schöne Göttin knien und sprach,

Indem sein Bart wie Espenlaub erbebte,

Mit schwerer, wie von Gram gelähmter Zunge:

»O Thea, sanft Gemahl Hyperions,

Ich fühl dich mehr, als ich dein Antlitz sehe;

Blick auf und laß mich unser Schicksal lesen,

Blick auf und sprich, ob dieser schwache Leib

Saturn noch ist, ob diese leere Stimme

Saturn noch ist, ob diese Runzelstirne,

So nackt und ihres Diadems beraubt,

Saturnens Stirne gleicht? Wer hatte Macht,

Mich arm zu machen? Woher kam die Kraft,

Wer nährte sie zu so gewaltgem Sturm,

Da Schicksal doch in meiner sehnigen Faust

Gefesselt schien? Doch ach, es ist geschehen.

Ich bin gestürzt und grabesfern dem Wirken

Der Göttlichkeit, der gütigen Gewalt

Auf bleiche Sterne und auf Wind und Meer,

Dem sanften Segen über Saal und Ernte

Und allem Tun, darein erhabne Gottheit

Ihr Herz voll Liebe gießt. – Dem eignen Busen

Bin ich entflohn und ließ mein wahres Selbst,

Mein bessres Ich wohl irgendwo am Thron

Und hier am Boden liegen. Thea such!

Tu auf den ewigen Blick und schick ihn rund

In alle Weiten, weit in Sternenraum,

Der lichtverlassen, weit in leere Luft

Und weit in Feuerschlund und Höllengähnen. –

Such, Thea, such! Und sag mir, ob du nicht

Ein seltsam schattenhaftes Wesen schaust,

Das hoch auf Flügeln oder Feuerwagen

Sich Wege bahnt, um Himmel zu erobern,

Die unlängst es verlor: es muß, es muß

Ans Ziel hinauf – Saturn muß König sein!

Ja, kommen muß ein herrlich goldner Sieg;

Gestürzte Götter und Trompetenblasen,

Triumphgetön und helle Festgesänge

Auf goldnen Wolken hoch in Herrscherhöhn,

Verkündungsruf und silbersanftes Rühren

Von Saitenspiel; und vielfach schöne Dinge

Will neu ich schaffen: Lust den Himmelskindern

Und Überraschung! Auf! Befehlen will ich!

O Thea! Thea! Sag, wo ist Saturn?«

Dies Feuer riß ihn auf. Er stand und drohte

Mit Fäusten in die Luft. Aus Götterlocken,

Die flogen, troff der Schweiß; in seinen Augen

Lag Fieberglut, und seine Stimme brach.

Er stand und hörte Theas Seufzen nicht.

Nur kurze Zeit, und dann entstürmte neu

Sein Zorneswort: – »Kann ich nicht Schöpfer sein?

Kann ich nicht formen? Eine zweite Welt,

Ein ander Universum auferwecken,

Das dieses stürzt und ganz zu nichts zermalmt?

Wo ist ein andres Chaos? – Wo?« Dies Wort

Schwang aufwärts zum Olymp und ließ erbeben

Die drei Rebellen. – Thea sprang empor,

Und Hoffnung schien ihr Wesen zu beleben,

Als sie nun schnell, doch ehrfurchtsvoll, begann:

»Dies bringt den Unsern Mut! Komm zu den Freunden,

Saturn! Komm fort und sprich den Armen Trost.

Ich kenne ihr Versteck, ich kam von dort.«

Nur dies. Beschwörend brannten ihre Blicke,

Indem sie rückwärts fort ins Dunkel schritt.

Er folgte, und sie wandte sich voran

Durch altes Dickicht, das wie Nebel wich,

Wenn Adler ihn, vom Horste fliegend, teilen.

In andern Reichen flossen währenddessen

Noch schmerzlicher die schweren Leidenstränen,

Und Gram war größer, als des Menschen Wort,

Als Spruch und Feder wiedergeben können.

Titanen, die in Schmach und Fessel lagen,

Verlangten nach der alten Lehnspflicht heim

Und lauschten leidvoll, ob Saturn nicht rufe.

Nur einer aus der Mammuthbrut bewahrte

Noch Überlegenheit und Zucht und Größe.

Hyperion, der Lodernde, saß noch

Auf seiner Feuerkugel, tief umduftet

Vom Weihrauch, den zum Sonnengott empor

Die Menschen schickten, – Unruh doch im Herzen.

Denn wie uns Erdenvolk ein düstres Omen

Verwirrt und schreckt, so schauderte auch er –

Nicht über Hundelaut und Eulenschrei,

Noch über Spuk beim Klang des Totenglöckchens,

Noch über Lampenlied um Mitternacht –

Viel stärker ist das Graun, das Riesen schreckt

Und das Hyperion erbeben machte.

Sein strahlender Palast, von Pyramiden

Durchglühten Golds umwogt und mild beschattet

Von bronznen Obelisken, glomm wie Blut

Durch all die tausend Höfe, Bogen, Hallen,

Und jeder Vorhang morgenroter Wolken

Erglühte bös, und breite Adlerschwingen,

Wie Götter nicht noch Menschen je sie sahn,

Verdunkelten den Ort; und Rossewiehern,

Wie Götter nicht noch Menschen je gehört,

Ertönte, und die würzigen Weihrauchwellen,

Die heilige Hügel aufwärtsdampften, schmeckten

Des Gottes weitem Gaumen garnicht süß,

So beißend scharf vielmehr wie giftiges Erz.

So kam es, daß der Gott, wenn schläfrig müde

Im Westen er nach klaren Tages Schluß

Zu sanfter Ruh in Armen von Musik

Auf hochgehäuften Kissen Zuflucht nahm,

Die Stunden, die ihm Schlummer bringen sollten,

Mit riesigem Schritt von Saal zu Saal durchwachte;

Indeß in tiefen Winkeln weiter Hallen

In dichten Gruppen seine Treuen standen,

Erschreckte, angstverwirrte Flügelgeister, –

Gleich Menschen, die zu atemlosen Haufen

Zusammenrennen, wenn die Erde bebt

Und Turm und Häuser durcheinanderrüttelt.

Jetzt, als Saturn, aus eisiger Starrsucht wach,

Mit Thea Schritt für Schritt durch Wälder nahte,

Kam schräg herab auf Westens goldne Schwelle

Hyperion, das Zwielicht hinter sich.

Wie stets, so flog nun des Palastes Tor

In sanftem Schweigen auf, nur Feierflöten,

Die Zephir bliesen, gaben heilig süß

目录
设置
设置
阅读主题
字体风格
雅黑 宋体 楷书 卡通
字体大小
适中 偏大 超大
保存设置
恢复默认
手机
手机阅读
扫码获取链接,使用浏览器打开
书架同步,随时随地,手机阅读
首 页 < 上一章 章节列表 下一章 > 尾 页