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作者:德- John Keats 当前章节:15362 字 更新时间:2026-6-22 20:40

Und hingehaucht gemessne Melodien.

Und rosengleich in Farbe, Form und Duft,

Das Auge kühlend, stand in Pracht erschlossen,

Dem Gotte Einlaß bietend, dieses Tor

Zu aller hehren Himmelsherrlichkeit.

Er überschritt die Schwelle, doch in Zorn:

Sein Kleid goß Flammen hinter seinen Füßen

Und gab ein Brausen, wie von Feuersbrunst,

Daß all die ätherzarten Stunden flohn,

Erschreckt wie Taubenflug. Und weiter flammte

Von hohem Säulengang zu Saal und Saal,

Durch Bogenhallen voll verhülltem Glanz

Und lange lichte Diamant-Arkaden

Der Gott bis hin zur ungeheuren Kuppel.

Dort stand er feurig still und stampfte auf,

Daß tief vom Fundament zu höchsten Türmen

Sein goldnes Reich erbebte; und bevor

Das Donnerrollen noch geendet hatte,

Brach, göttlicher Beherrschung müd, sein Schmerz

In diesem Ruf: O Träume Tag und Nacht!

O Graungestalten, Bilder ihr von Leid!

Geschäftige Geister durch die kalte Nacht!

Langohrige Gespenster schwarzer Sümpfe!

Was kenn ich euch? Was sah ich euch? Warum

Ist so zerstört mein ewiges Dasein, daß

Ich neu und immer neu die Schrecken sehe?

Saturn sank hin, soll dies auch mir geschehn?

Soll ich den Hafen meiner Ruh verlassen,

Die Wiege meiner Pracht, dies sanfte Reich,

Den stillen Glanz des segensvollen Lichtes,

Krystallne Pavillons und reine Tempel

All meiner Herrscherherrlichkeit? Nun liegt

Mein Zufluchtsort vereinsamt, leer und tot;

Die Helle, Freudigkeit und Symmetrie –

Ich seh sie nicht – nur Dunkel, Tod und Dunkel.

Selbst hier ins Tiefste meiner Schlummerhallen

Sind düstre Visionen eingedrungen,

Um meine Macht zu kränken und zu stürzen. –

Zu stürzen? – »Nein, bei Tellus' salzigem Kleid!

Hervor aus Feuergrenzen meines Reichs

Will furchtbar dräuend rechten Arm ich recken

Und den Rebellen Jupiter vernichten,

Den knabenhaften Donnrer, und Saturn,

Den Greis, von neuem auf den Thron erheben.« –

Er sprach, verstummte; denn noch schlimmres Drohn

Würgt' ihn im Hals, doch wagte sich nicht vor.

Denn wie ein Lärm, je mehr man Ruhe fordert,

Sich durchs Theater weiterpflanzt, so regten

Beim Wort Hyperions sich die bleichen Schatten

Wohl dreifach grauenvoll und dreifach kalt.

Und von der Spiegelfläche, wo er stand,

Stieg Nebel auf wie Schaum von glattem Sumpf.

Da kroch ein wilder Schmerz durch seinen Leib,

Von Fuß zu Kopf, wie muskelstarke Schlange,

Die sich geschmeidig windet, Kopf und Nacken

In Krampf erstarrt. Erlöst entfloh er dann

Zum Tor des Ostens; und sechs volle Stunden

Eh Dämmrung ein Erröten schuldig war,

Blies an verschlafnes Tor sein heißer Atem,

Blies schwere Dünste fort und warf sie weit

Auf Meeres eisige Strömungen hinaus.

Die Feuerkugel, die ihn jeden Tag

Von Ost nach West durch alle Himmel trug,

Flog wirbelnd hinter schwarzen Wolkenschleiern;

Doch darum nicht verschleiert und verborgen,

Denn oft erglommen Kreise und Koluren

Und flochten in das milde Dunkel Blitze

Tief vom Nadir bis aufwärts zum Zenith –

Uralte Hieroglyphen, die die weisen

Sterndeuter jener Erdenzeiten lasen

Und durch Jahrhunderte erobert hatten –

Verloren nun, bis auf die wenigen Zeichen

Auf allen Steinen oder Marmortafeln,

Ihr Sinn nicht faßbar, ihre Weisheit fort. –

Zwei breite Silberschwingen trug die Kugel,

Zwei Flügel ihrer Pracht und Herrlichkeit,

Die bei des Gottes Nahn verzückt erbebten.

Jetzt spreiteten sich vor aus Dämmerdunkel

Die riesigen Federn, eine nach der andern,

Bis alle flugbereit gebreitet lagen.

Noch immer aber schwamm der Ball in Dunkel,

Hyperions Befehl entgegenbebend.

Gern hätte er befohlen, gern den Thron

Bestiegen und den Tag beginnen lassen –

Er durfte nicht – er, der Urgötter einer –

Weh dem, der heiligen Zeitenlauf verrückt!

So hielt das Morgenweben zögernd inne

Und harrte, wie es hier beschrieben steht.

Die Silberschwingen schwammen schwesterlich,

Des Flügelschlags begierig. Hohe Tore

Enthüllten offen weite Nachtbereiche.

Und der Titan, in Weh und Wahnsinn bebend,

Dem Beugen ungewohnt, er beugte nun

Den Sorgen dieser Zeit die starre Seele.

Und weit entlang auf grausen Wolkenrücken,

An schmalem Grenzgebiet von Nacht und Tag,

Streckt er in Gram und matten Glanz sich hin.

Als so er lag, sah Himmel mit den Sternen

Mitleidig nieder, und aus Weltallräumen

Drang Coelus' Stimme leis und ernst zu ihm:

»O hellstes meiner lieben Kinder du,

Den Himmel zeugte, Erde mir gebar,

Sohn von Geheimnissen, selbst denen dunkel,

Die dich geschaffen: seltsam süße Freuden

Und Herzgefühle, die mir Wunder waren,

Mich, Coelus, wunderten, woher sie kamen.

Und Wunder waren dieser Freuden Früchte,

Klar sichtbare und göttliche Symbole,

Wie Offenbarung jenes schönsten Lebens,

Das ungesehn durch ewige Weiten strömt:

Von diesen Neugeschaffnen bist auch du,

Sind jene Göttinnen und deine Brüder!

Doch wehe! Streit ist unter euch, Empörung

Des Sohnes gegen seinen Herrn. Ich sah,

Sah meinen Ältesten vom Throne sinken!

Zu mir reckt' er die Arme, sandte Rufe

Hervor aus Donnersturm, der ihn umtost.

Erbleichend barg ich mein Gesicht in Wolken.

Droht solch Geschick auch dir? Dies ängstet mich,

Denn wenig göttlich seh ich meine Söhne.

Als Götter wurdet ihr erschaffen; göttlich,

In Würde, himmelhehr und ungestört

Gleich hohen Göttern lebtet, herrschtet ihr.

Jetzt seh ich Furcht in euch und Leid und Hoffen,

Und Wut und Leidenschaft durchloben euch,

Als wärt ihr nichts denn niedre Staubgeborne

Und Todessöhne. – Dies ist Leid, o Sohn!

Verfall und Angst und Sturz! Doch ringe du,

Der du, ein wahrer Gott, dich regen kannst

Und jeder bösen Stunde Körperkraft

Und Wesenheit entgegensetzen kannst.

Ich selbst bin nichts als Stimme, und mein Leben

Ist Leben nur von Strömungen und Stille,

Nur Strömungen und Stille dienen mir. –

Du aber kannst! – So sei ein kühner Kämpfer,

Ja, halt des Feindes Pfeile auf, bevor

Die straffe Sehne summt. – Hinab zur Erde!

Dort findest du Saturn und seine Klagen.

Ich will indessen deine helle Sonne

Und deiner Zeiten rechten Lauf behüten.« –

Eh halb dies Weltgeflüster niederkam,

War auf Hyperion; die gebogenen Lider

Zu Sternen hochgerichtet, horchte er,

Bis Stille ward. Und schaute immer noch

Und noch hinauf in feierliche Sterne.

Dann, wie der Taucher taucht in Perlenmeere,

Bog sachte er die breite Brust nach vorn

Und stieß von luftiger Küste weit hinab

Und tauchte lautlos unter in die Nacht.

Zweites Buch

Derselbe Flügelschlag der Zeit, der sachte

Hyperion durch bewegte Lüfte trug,

Ließ Thea mit Saturn den Ort erreichen,

Wo Cybele und die Titanen murrten.

Kein Lichtschein konnte ihre Tränen treffen

In jener Höhle, wo sein eignes Grollen

Ein Jeder fühlte, doch nicht hören konnte;

Denn donnernd brüllten nahe Wasserstürze

Und gossen ewig neue Mengen aus.

Block griff empor zu Block, und Felsen schienen

Wie aufgeschreckt aus langem fernem Schlaf

Eng Stirn an Stirn und Horn an Horn zu pressen

Und schufen so in tausend Traumgebilden

Dem Klagenest ein seltsam düstres Dach.

Sie saßen nicht auf Thronen; harter Kiesel

Und zottiger Stein und spitzer Schiefergrat,

Den Eisen härtete, gab ihnen Lager.

Nicht alle waren da, denn manche rangen

In Kettenbanden, manche schweiften weit.

Cocus und Gyges und Briareus,

Typhon und Dolor und Porphyrion

Und viele mehr, die Sehnigsten im Kampfe,

Sie waren eingepfercht zu Not und Mühn,

In dunkle Elemente eingekerkert,

Wo sich verbissner Mund nicht öffnen durfte

Und festgeschlossne Glieder reglos drohten,

Gepreßt, gekrampft, wie Adern von Metall.

Nur ihre großen Herzen keuchten Qual

Und pulsten fiebernd auf in blutiger Not.

Es schweifte Mnemosyne durch die Welt

Und Phoebe weilte ihrem Monde fern.

Und viele andre waren frei zu wandern –

Die meisten aber suchten hier den Schutz.

Wie leblos lagen sie: Druidenblöcke,

Die auf verlassnem Moor in Runde stehn

Wenn Abend dunkelt und der kühle Regen,

Novemberregen fällt in ihre Gruft,

Der Himmel selbst in Nacht erblindet ist.

Verschlossen lag ein Jeder, gab dem Nächsten

Nicht Wort noch Blick, noch Zeichen der Verzweiflung.

Creus war einer; mächtiger Eisenhammer

Lag neben ihm, und ein zersprungner Fels

Gab Bild von seiner Wut, eh daß er sank.

Iäpetus ein andrer. Seine Faust

Umspannte schleimigen Schlangenhals; gespalten

Quoll aus der Gurgel gierig lange Zunge,

Und steif und tot lag sie und nicht gerollt

Und konnte dem Erobrer Jupiter

Nun nicht ihr Gift ins kecke Auge spritzen.

Dann Cottus, auf der Erde das Gesicht,

Kinn aufgereckt als wie in Schmerz, denn noch

Schlug er den Schädel wütend an den Stein

Mit offnem Mund und furchtbar wilden Blicken.

Nächst ihm Asia. Caf, die ungeheure,

Gebar sie, die, ein Weib, der Mutter Tellus

Mehr Weh gemacht als einer ihrer Söhne.

Nicht Leid, – Verträumtheit lag in ihrem Blick,

Denn Ruhm und Ehre ahnte sie voraus.

Vor ihren weiten Seheraugen standen

Palmschattige Tempel, ragende Altäre,

Am Oxus und auf heiligen Gangesinseln.

Wie Hoffnung sich auf ihren Anker stützt,

Doch nicht so schön, so lehnte sie am Stoßzahn,

Der ihrem größten Elefant genommen.

Auf zackigem Klippenrande über ihr,

Den Arm gestützt und lang am Boden liegend,

Düstrer Enceladus; einst zahm und mild,

Wie friedlich grasend Rind auf grüner Wiese,

Jetzt tigerwild und löwenlauernd, plante

Und raste er und warf Felsblöcke auf

In jenen Kampf, daß scheu die jungen Götter

In Tiergestalt sich zu verbergen suchten.

Nicht ferne Atlas; neben ihn gestreckt

Lag Phorkus, der Gorgonen Herr. Und enge

Beisammen Thetis und Oceanus.

In Thetis Schoß gebettet lag Clymene

Und schluchzte ruhlos in ihr schönes Haar

Inmitten aller Themis, eng zu Füßen

Von Ops, der Königin, die ganz umwölkt,

Den Blicken unsichtbar – noch mehr; als wenn

Aus Wolken und aus Fichtenwipfeln Nacht

Ein Ganzes macht – und viele andre hoch.

Ihr Name sei verschwiegen, denn wenn Muse

Die Schwingen hebt, wer hindert ihren Flug?

Und von Saturn und seiner Führerin

Muß nun sie singen, die mit nassem Fuß

Aus Tiefen kamen, die noch grauenvoller.

Ob düstern Felsen ragte beider Haupt,

Und die Gestalten wuchsen, bis ihr Schritt

Auf ebnem Boden endlich Ruhe fand.

Da reckte Thea bebend ihre Arme

Hin über dieses Nest des großen Leids

Und seitwärts sah sie in Saturns Gesicht:

Hier flammte harter Kampf. Der große Gott

Rang schwer mit Gram und Schwäche, Furcht und Wut,

Besorgnis, Mitleid, Reue und Verzweiflung.

Vergeblich stritt er gegen diese Plagen,

Denn Schicksal hatte tödlich schwächend Gift

Ihm übers Haupt gegossen, so daß Thea

Erschreckt zur Seite wich und ihn als ersten

Eintreten ließ zu der gefallnen Horde.

Wie Sterblichen das schwerbeladne Herz

Noch mehr in bangem Druck und Qualen fiebert,

Wenn es dem trauervollen Haus sich nähert,

Wo andre Herzen gleicher Schmerz gebrochen,

Befiel Saturn, der zu den andern trat,

Ein Ohnmachtweh, das fast ihn niederwarf.

Da aber traf sein Blick Enceladus,

Des Auge machtvoll, doch in Ehrfurcht flammte

Und alle Kräfte hob; und laut erscholl

Sein Wort: »Titanen, blickt auf euren Gott!«

Da grollten manche Antwort, manche sprangen

Erwacht empor, und manche schrien laut.

Und manche weinten, andre klagten schwer,

Und alle neigten sich in Ehrerbietung.

Und Ops hob ihren schwarzen Schleier auf,

Ließ bleiche Wangen, müde Stirne sehn,

Schwarzdünne Augenbraun und hohle Augen. –

Ein Raunen weht durch kalte Fichtenstämme,

Wenn Winter seine Stimme hebt; ein Raunen

Durcheilt die Ewigen, wenn ein Gott den Finger

Verwarnend hebt, zum Zeichen, daß ihm nun

Die volle Wucht urmächtiger Gedanken

Mit Donner und Musik vom Munde komme.

Solch Raunen ist wie Rauschen kalter Fichten,

Dem, wenn es in der Bergeswelt verstummt,

Kein andrer Laut mehr folgt. Doch hier bei diesen

Gefallnen hob Saturnens Wort sich nun

Wie Orgel, die ihr Tönen neu beginnt,

Wenn andre Harmonien, schnell verstummt,

Die Luft in Schwingungen zurückgelassen.

So hob es an: – »Nicht in der eignen Brust,

Die selbst ihr Richter und Erforscher ist,

Find ich den Grund, weshalb ihr also seid;

Nicht in Legenden von urerstem Tage

Aus jenem Buch, drin Weisheit jedes Blatt,

Das sterniger Uranus mit hellem Finger

Vom Meeresstrand der Finsternis gerettet,

Du Ebbewogen es in Dunkel bargen,

Aus jenem Buch, das immer, wie ihr wißt,

Als sichre Fußbank mir gedient: – wahrhaftig,

Nicht dort und nicht in Zeichen noch Symbol,

Noch Warnungsbild in Erde, Wasser, Luft

Und Feuer, Krieg und Frieden oder Streit

Des einen Elementes gegen andres,

Noch auch im Streit von dreien oder allen,

Noch auch wenn eines gegen dreie steht,

Wenn Luft und Feuer miteinander zanken,

Wenn Regen sie in Wasserflut ertränkt

Und beide ans Gesicht der Erde preßt,

Wo, Schwefel findend, vierfach Ungestüm

Das arme Weltall aus den Angeln hebt;

In jenem Kampfe nicht, aus dem ich Kunde

Seltsamer Weisheit tief verstehend lese,

Find ich den Grund, weshalb ihr also seid.

Enträtseln kann ich nicht – wie sehr ich suche

Im ungeheuren Buche der Natur,

Bis Schwindel mich erfaßt – weshalb ihr Götter,

Ihr Erstgebornen von Gestalt und Form,

Euch beugen solltet unter eine Macht,

Die, euch verglichen, nur erbärmlich ist.

Da seid ihr dennoch! Überwunden, siech,

Verachtet und geschlagen seid ihr hier!

Titanen! soll ich sagen: Auf! – Ihr grollt.

Ich sage: Nieder! – Ah, ihr grollt! – Was also?

O weiter Himmel, lieber ferner Vater!

Was kann ich? Sagt mir, all ihr hehren Brüder,

Wie kämpfen wir, wie formen wir die Schlacht?

O sprecht jetzt Rat! Saturnens Ohr verlangt

Nach euerm Wort. Oceanus, nun rede,

Du grübelst tief, und staunend sieht mein Auge

In deinem Antlitz jenen sanften Ernst,

Den klares Denken breitet. Gib uns Hilfe!«

So endete Saturn. Der Gott der Meere,

Sophist und Weiser, zwar nicht von Athen,

Vielmehr ein Denker tief in Wassergrotten,

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