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作者:德- John Keats 当前章节:15385 字 更新时间:2026-6-22 20:40

Hebt – schöner als ihn Paphos je erschaut –

Ein Myrthenbaum die vollbeladnen Äste

Und feiert seine immergrünen Feste

Mit all den Vögeln, die voll Fröhlichkeit

In seinem Schutz zu Scherz und Spiel bereit,

Und die den Blüten ihre Lieder singen.

So laßt uns durch das Dickicht zu ihm dringen

Und um ihn her die Dornenbrut vernichten,

Dann finden einst die jungen Rehe dichten

Und blumigen Rasen hier – nichts störe sie

Als eines Liebenden gebeugtes Knie,

Nichts andres teile ihre Einsamkeit

Als eines Träumenden Gelassenheit!

Heil euch, ihr lieben, hoffnungsvollen Träume!

Nun bahnt sich Phantasie durch enge Räume

Den Weg zu allem Lieblichen und Schönen,

Und die wird man zu Dichterkönigen krönen,

Die herzensfrohe, schlichte Dinge geben.

O dürft ich diese Freuden noch erleben!

Wird man nicht sagen, meine Rede sei

Gar sehr verwegen, solche Schwärmerei

Verstumme lieber und verberge sich,

Denn unklug sei es sehr, so wissentlich

Sich abzuwenden von den breiten Pfaden,

Den Donnerkeil auf sich herabzuladen?

Nein! Flüchte ich, so sei es nur zur Schwelle

Der Poesie, in ihre Tempelhelle!

Und fall ich hier, so wird man mich bestatten

In tiefem feierstummen Pappelschatten:

Geschornes sanftes Gras wird mich bedecken

Und ein Gedenkwort die Erinnrung wecken.

Doch fort, Verzweiflung! Elendes Verderben!

Dich sollten die nicht kennen, die da werben

Um edles Ende, denen ewig dürstet!

Obgleich kein breites Wissen mich gefürstet

Und ich nicht weiß, wie sich die Winde drehen,

Die hier- und dorthin auseinander wehen,

Was Menschen tief ersannen, und obgleich

Nicht helle Einsicht aus dem dunklen Reich

Der Seele kommt, besiegend jede Schranke,

Rollt doch vor mir ein Stern, ein Weltgedanke,

Der mich durchstrahlt und der mich frei gemacht,

Sodaß in mir ein klares Bild erwacht

Von Zweck und Ziel der Poesie; so klar

Ist mir dies Wissen wie: daß jedes Jahr

Vier Zeiten hat – so hell und fest gegründet

Wie auf dem Dom das Kreuz; und so verkündet

– O welch ein Feigling wär ich, wenn ich zagte –

Mein Mund getrost, was ich zu denken wagte.

Ach, lieber laßt mich wandeln blind und toll

Am Rand des schwarzen Abgrunds, lieber soll

Mein Schwingenpaar an Sonnenglut zergehen,

Daß ich kopfüber stürze! – Still, laß sehen!

Mein Innres mahnt zu mehr Bedachtsamkeit:

Ein dunkles Meer dehnt unermeßlich weit,

Besternt mit Inseln, seine breiten Wellen.

Welch rastlos Mühn! Welch ungeheures Schwellen!

Wie könnt ich je dies ganze Meer durchziehen!

Vermessenheit! Nun müßt ich auf den Knieen

Das widerrufen, was ... Unmöglich! Nein!

So will ich ruhig und bescheiden sein.

Mag dieser stürmende Versuch, der zart

Begann, verebben auf gleich sanfte Art,

Und Friede sei! Und herzlich sei gedacht

Der Freundschaft, die so hilfreich sanfter macht

Den rauhen Pfad zum Ruhm, der Brudergüte,

Die gern ihn schmückt mit mancher lieben Blüte, –

Des innigen Händedrucks, der Herzen bindet,

In Herzen tiefe Freudigkeit entzündet,

Daß unbewußt wohl ein Sonett entsteht

Und uns wie Traumwort von den Lippen weht,

Begeistrung weckt und andachtvolles Schweigen.

Ein ähnliches Empfinden mag sich zeigen,

Wenn wir mit kindlich ehrfurchtsvoller Hand

Aus seinem stillen Platz im Bücherstand

Ein sehr geliebtes Buch geholt und nun

Uns freun, den ersten Blick hineinzutun.

Kaum kann ich weiterschreiben, denn es heben

Sich Melodien, die Erinnern geben

An manches, was mich damals tief beglückte,

Als es zuerst die Seele mir entzückte:

Und es erscheinen mutige Gestalten,

Die sichern Griffs den heißen Renner halten –

Und Finger seh ich prächtige Locken teilen –

Und Bacchus wild zu Ariadne eilen.

Und vieles zieht aus flüchtigem Wort herauf,

Schlag ich versonnen ein Portfolio auf.

Derartige Dinge sinds, die eine Fülle

Von Bildern wecken: durch die Abendstille

Im Binsenwald des Schwans geruhiger Zug,

Im Dorngeheg des Hänflings hastiger Flug,

Ein durstiger Falter, der zur Rose fliegt

Und lustdurchbebt die goldnen Flügel wiegt,

Und manches Schöne mehr weiß ich zu finden;

Vor allem ihn mit seinen Mohngewinden,

Den stillen Schlaf, denn was an diesem Sang

Zu schätzen, dank ich ihm zumeist: der Klang

Geliebter Stimmen hatte Platz gemacht

Dem gleich geliebten Wort der stillen Nacht,

Und in die Kissen lehnt ich mich zurück

Und sann dem Tage nach und seinem Glück.

Es war in eines Dichters Haus; da haben

Geweihte Stätten alle Freudengaben.

Rings von den Wänden lächelten der alten

Und großen Barden ewige Gestalten

In Bild und Büste still einander an.

Wohl dem, der auf die Zukunft hoffen kann

Für seinen Liebling Ruhm! – Dann sah ich hier

Der Faune und der Satyrn wilde Gier

Im duftigen Weinlaub wühlen und mit kecken

Gebärden braune haarige Hände recken

Nach eines Apfelbaumes reifer Frucht;

Dann ragte eines Tempels Marmorflucht,

Zu dem ein Mädchenzug sich hinbewegte,

Auf grünem Teppich schöne Füße regte:

Die Lieblichste hielt hoch die weiße Hand

Dem Glanz des Sonnenaufgangs zugewandt;

Dann zweier Schwestern freundliche Gestalten,

Die sich bedächtig an den Händen halten,

Und zwischen ihnen tappt ein kleines Kind;

Und andre stehn und lauschen in den Wind,

Der tauiges Flötenspiel herüberbringt. –

Ein ander Bild: Diana nah umringt

Von kecker Nymphenschar im kühlen Bade!

Dorf wo das Wasser schaukelt ans Gestade,

Ist es von Wasserlinsen ganz verhangen

Mit grünem Schleier, der in tiefen, langen,

Rhythmischen Atemzügen steigt und fällt,

Ganz wie der Wasserspiegel ebbt und schwellt.

Auch Sappho stand mit halbem Lächeln dort,

Der sanften Stirne herber Ernst war fort,

Und milden Blicks und heitren Angesichts

Sah sie herab und lächelte ins Nichts.

Und Alfreds Bild hing hier und blickte traurig,

Als lausche er beständig auf das schaurig

Hilflose Stöhnen der gequälten Welt;

Und jener andre leidensstarke Held,

Kosciusko, groß und einsam und verlassen.

Petrarcas Herzerschrecken und Erblassen

Beim Anblick Lauras, und sein Blick, der nicht

Von ihrem Antlitz läßt! O hier ist Licht

Und höchstes Glück, denn über ihnen waltet

Der Glanz der Poesie, und frei entfaltet

Sie ihre Schwingen und erschaut im Kreis

Viel Dinge, die ich nicht zu nennen weiß. –

Schon das Bewußtsein, wo ich war, genügte

Den Schlummer fern zu halten, doch es fügte

Sich überdies Gedanke an Gedanke

Und bannte mich, so daß des Morgens schwanke

Lichtpfeile mich noch immer wachend fanden,

Da bin ich frisch und fröhlich aufgestanden,

Um auszuführen, was ich mir ersann:

Dies Bildgewebe, das ich schlaflos spann,

Mir festzuhalten. Ist's nicht gut, so wißt,

Mir ist es lieb, weil es mein Odem ist.

Isabella oder der Basilikumtopf

Schön Isabell wie eine Lilie rein!

Lorenzo einem jungen Palmbaum glich!

Des atemlosen Sehnens starre Pein,

Wenn sie einander sahn, sie jäh beschlich;

Doch durften sie einander nahe sein,

So war's als ob ein Alp von ihnen wich;

Und einsam, nachts, wenn sie einander fern,

Verband sie eines Traumes heller Stern.

Mit jedem Tag ward zärtlicher ihr Herz

Und zärtlicher und tiefer jede Nacht.

In Haus und Feld litt er der Liebe Schmerz,

Bis klar vor seinem Blick ihr Bild erwacht.

Und süßer schien sein Wort ihr als der Scherz

Des Windes, der in Blättern spielt und lacht;

Die Laute sang ihr seinen Namen nach,

Den ihre Nadel in die Seide stach.

Er wußte gut, wenn ihre zarte Hand,

Noch eh sie selbst erschien, die Tür berührt;

An ihrem Fenster hing sein Blick gebannt,

Bis er zu ihm ihr schönes Bild entführt;

Er sah zum Sternenhimmel unverwandt,

Weil er in ihm ihr Nachtgebet verspürt;

In banger Qual verbrachte er die Nacht,

Bis auf der Treppe hell ihr Schritt erwacht. –

Es war ein langer unruhvoller Mai,

Er grämte ihre jungen Wangen bleich.

»Ich schwöre mir, daß es nun morgen sei,

Ja, morgen fleh ich um mein Königreich!« –

»O wann, Lorenzo, wird dein Sehnen frei

Und spricht ein Wort, ein Wort, das himmelgleich?« –

So träumten sie in Nacht und Einsamkeit –

Der Tag fand ihn zu reden nicht bereit.

Und als der Rosen frohe Pracht erblüht,

Ward Isabellens Wange fahl und schmal,

Wie einer Mutter Wange, die verblüht

Bei ihres Kindes Fieberkampf und Qual.

»Wie krank sie ist,« sprach er, »o mein Gemüt,

Nun schweige, – nein, bekenne deine Wahl:

Die Tränen, ihre Tränen sind ja dein,

Und deinem Leiden wohl gilt ihre Pein.«

So sprach er zu sich selbst. Den ganzen Tag

War seines Herzens Schlag wie Hammerklang,

Weil seine Seele in Inbrünsten lag

Und betete um Mut und fiel und rang.

Der Hochflut seines Blutes unterlag

Der Stimme Kraft und seiner Sehnsucht Zwang;

Sie wurde sanft, demütig wie ein Kind:

Ja, sanft und dennoch wild, wie Kinder sind.

So wär es beinah wiederum geschehn,

Daß trüb die Nacht sein Liebesleid umschloß,

Hätt Isabella nicht den Blick gesehn,

Der hingegeben ihr sein Herz ergoß;

Und seine Stirne sah sie bleich vergehn

Und wieder jäh sich röten; ach, da floß

Von ihren Lippen zag der süße Laut:

»Lorenzo!« – ihr aus Träumen so vertraut.

»O Isabella! Ist es mehr als Traum,

Daß ich dir sagen darf von meinem Weh?

O Gütige! Gib der Verzeihung Raum,

Da ich so kühn, so hoffend vor dir steh!

Sieh, meine Seele bebt und atmet kaum,

Weil ich in deinem Aug ihr Schicksal seh –

Doch keine Nacht soll mehr in Qual vergehn,

Nein, frei will ich mein Hoffen dir gestehn!

Liebe! Du wecktest mich aus kalter Nacht!

Herrin! Du führest mich in Sommerglut!

Dem Kuß des Sonnenmorgens sind erwacht

Alltausend Blüten, die im Lenz geruht!« –

Die Seligkeit von seinem Antlitz lacht,

Und seine scheuen Lippen finden Mut.

O, ihre Wonne wuchs so licht empor,

Wie in den Morgen rings der Blumenflor.

Und scheidend schwebten sie so leichtbeschwingt

Wie Zwillingsrosen, die ein Zephir wiegt

Und trennt und inniger zusammenbringt,

Daß Duft in Duft und Glut in Glut sich schmiegt.

Sie schritt und sang: »In meinem Herzen singt

Ein Vöglein, das der Liebeslust erliegt ...«

Und er stieg einen Hügel schnell hinan

Und betete die Abendsonne an.

Und eh die Dämmerung den Schleier hob

Vom Sternenlicht, war eins dem andern nah,

Und eh die Dämmerung den Schleier hob,

War jeden Abend eins dem andern nah,

In stiller Laube, die Muskat umwob,

Wo keiner je sie hörte oder sah –

Ach, gut und süß war die Verborgenheit,

So fern den Menschen und so fern dem Leid.

Doch als das Leiden kam, traf es sie sehr? –

O nein! zu tief ist unser Mitgefühl,

Die Tränen bittrer Wehmut sind zu schwer,

Die Mitleid weint an ihrem letzten Pfühl,

Und Liebende, die leiden, gibt es mehr,

Die wohl am besten ruhten still und kühl;

Nur Theseus, ach, fand selbst im Tod nicht Ruh:

Jenseits des Meers nickt sein Gemahl ihm zu.

Doch pflegt es in der Liebe so zu sein,

Daß ihr ein süßer Augenblick aufwiegt

Ein vollgerüttelt Maß von Gram und Pein.

Obgleich schön Isabell vom Harm besiegt

Und auf Lorenzos Grab kein Marmorstein

Sich gleißend spreizt – ja dennoch, dennoch liegt

In Bitternis selbst Lust, das weiß gar gut

Die Biene, die am Giftkelch saugend ruht.

Mit zweien Brüdern lebte Isabell;

Sie trieben Handel nach ererbtem Brauch.

Es plagte sich für sie manch jung Gesell

In dumpfer Gruben faulem Dunst und Rauch;

Manch kraftgestraffte Lende siechte schnell

An Wunden, die die Peitsche hieb, und auch

Im Glanzgeflirr des Flusses mancher stand,

Der Erzgewinnung opfernd Aug und Hand.

Es stieg der Taucher zu des Haifischs Gier

Hinab in Indiens Meere nur für sie,

Die Robbe schrie, ein pfeilgespicktes Tier,

Auf weißer Eisprairie, sterbend für sie,

Und Leidgeschlagne gab es tausend schier,

Die Tag und Nacht sich schindeten für sie;

Wie mahlte doch der Geldgier blinde Sucht

Für diese Armen gar so bittre Frucht!

Woher ihr Stolz? Weil der Fontänen Strahl

Viel stolzer strömt, als müdes Elend weint? –

Woher ihr Stolz? Weil sanfter sich zu Tal

Orangenhügel stufen, als versteint

Die Stufen abwärts führen vom Spital? –

Woher ihr Stolz, dem Milde nicht vereint?

Woher ihr Stolz, den gar kein Leiden schmolz?

Woher in Teufels Namen all ihr Stolz?

Es schlossen diese Florentiner so

In blinder Gier sich ab von aller Welt

Wie zwei Hebräer, die, verfilzt und roh,

Von Haß verfolgt, ganz nur auf sich gestellt.

Maulesel waren sie, die Gold und Stroh

In Speicher schleppten, brüderlich gesellt

Dem Lug und Trug und nimmersatten Geiz,

Denn nur Gewinn, Gewinn bot ihnen Reiz.

Ach, wie erspähten diese Blinden nur

Schön-Isabell im heimlich stillen Nest?

Und in Lorenzos Blick die süße Spur

Vom Liebesfest? – O ganz Egyptens Pest

In ihren Argwohn, der dies Glück erfuhr!

Wie kannten diese Blinden Ost und West?

Doch wer zu ihnen kam, arglos und mild,

Der wurde bald ein müdgehetztes Wild. –

O vielberedter, vielberühmter Mann,

Boccacc', ich flehe um Vergebung dich;

Die Düfte deiner Myrthen fleh ich an

Und deine Lilien, deren Rot verblich,

Seit deiner Laute Letztakkord verrann,

Und deine Rosen, die dem Monde sich

Verlobt – vergebt der schrillen Dissonanz

In dieses Liedes schlichtem Blütenkranz.

Vergib mir, Dichter! Und es wird mein Sang

Fortschreiten nun in schicklich ernstem Stil.

Welch toller Einfall war es, der mich zwang

Um alte Kunde neuer Reime Spiel

Zu ziehn! Doch ist's geschehn (und wenn's mißlang)

Zu deinem Preis, denn sieh, es war mein Ziel,

Die Blüte, die dem Süden süß entsprang,

Zu wecken in des Nordwinds wildem Klang. –

Die Brüder also hatten bald entdeckt,

Wie's um Lorenz und Isabell bestellt.

Wie wurde da ihr böser Zorn geweckt,

Da nun ein langgehegter Plan zerschellt!

Sie sahen sich von ihm, der sich erkeckt,

Zu ihrer Schwester aufzusehn, geprellt,

Denn ihre Habsucht traf schon längst die Wahl:

Ein reicher Grundherr nur sei ihr Gemahl.

Und haßerfüllt berieten nun die zwei,

Und jeder grübelte für sich allein,

Bis sie sich einig, was das Beste sei,

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