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作者:德- John Keats 当前章节:15380 字 更新时间:2026-6-22 20:40

Auf Porphyro, der betend vor ihr kniete,

Reglos und stumm, als sei sie eines Traumes Blüte.

»Ach Porphyro!« sprach sie, »wie war doch nur

Süß zitternd eben noch in meinen Ohren

Dein lieber Klang, des Herzens süßer Schwur.

Und wie ist jetzt dein Blick so leidverloren,

Wie bist du anders: traurig, bleich und kalt!

Du sollst mir alle Wonnen wiedergeben,

Mit deiner Augen himmlischer Gewalt

Empor aus diesem Höllenweh mich heben.

Denn wenn du stirbst, mein Lieb, weiß ich nicht wo zu leben.«

In Liebe über Sterbliche erhöht

Durch solche Laute, hat er sich erhoben:

Ein herzbewegter Stern, der flimmernd steht

In lichter Ruh saphirner Himmel droben.

In ihren Traum schmolz er hinein, wie Duft

Der Rose sich mit Veilchenduft verbindet,

Süß aufgelöst. Es bläst die Winterluft

Der Liebe Ruf, die Fenster sind erblindet

Durch scharfen Hagelschlag; Sankt Agnes' Mond verschwindet.

's ist dunkel! Windgepeitschter Hagel schlägt.

»Dies ist kein Traum, o Magdalen, du Meine!«

's ist dunkel; Sturmwind stößt und Hagel schlägt.

»Kein Traum ach, ach! Und Weh ist all das Meine!

Porphyro läßt mich hier in Harm und Schmerz.

O welch ein Frevel, dich hierher zu bringen!

In deins verloren ist mein ganzes Herz.

Ich fluche nicht dem grausamen Gelingen:

Verlassne Taube ich mit kranken jungen Schwingen!«

»Mein Magdalen? O Traum, o Himmelsbild!

Darf dein Vasall ich ewig sein – gesegnet?

Ich deiner Schönheit herzgeformter Schild?

Vor dir, Altar, ruht aus, wer dir begegnet!

Dem müden Pilger soll ein Wunder licht

Die krankzerquälte Seele nun erneuen.

Ich fand dein Nest, berauben will ich's nicht –

Nur um dein süßes Selbst, wenn ohn Bereuen

Schön Magdalen vertraun will – keinem Ungetreuen.

Horch! 's ist ein Elfensturm aus Feenland,

Sehr teuflisch polternd, doch für uns voll Gnade:

Steh auf – steh auf! Schon glüht der Morgenbrand;

Die vollen Zecher sehn nicht unsre Pfade!

So laß uns eilig fliehn und froh, du Mein!

Denn keiner hört, kein Fuß vermag zu stehen, –

Betrunken sind sie all von Met und Wein:

Wach auf! Steh auf! Und laß uns furchtlos gehen,

Und hinterm Moor sollst du bei mir die Heimat sehen.«

Sie eilt bei seinen Worten – angstbedrückt,

Denn schlafend rings viel gierige Drachen liegen, –

Hellwach vielleicht, den Todesspeer gezückt.

Sie hasteten hinab die Dämmerstiegen.

Im ganzen Hause ist kein Menschenlaut,

Nur Fackeln flackern wild in Eisenringen;

Und über lose Stofftapeten haut

Der Sturm ein Wogenspiel von Geisterschwingen,

Die tobend durch die hohe zugige Halle dringen.

Die beiden gleiten wie Phantome fort,

Durch weiten Gang zum eisernen Portale,

Berauscht und schnarchend lag der Wächter dort,

In seinen Fingern noch die nasse Schale.

Der Bluthund hebt sich, schüttelt Fell und Strick,

Doch sieht und wittert er den Hausgenossen.

Und Bolz und Riegel gleiten leicht zurück,

Der Schlüssel dreht – das Tor ist aufgeschlossen

Und öffnet sich in ächzenden Scharnierkolossen.

Und sie sind fort. Vor langen Jahren flohn

Die Liebenden hinaus ins Ungewitter.

In jener Nachtzeit träumte der Baron

Von manchem Feind, auch waren seine Ritter

Schwer alpbedrückt von Hexe, Wurm und Wicht

Und Höllenspuk und eklen Grabgestalten.

Die Alte starb mit gräßlichem Gesicht. –

Der Beter schlief nach langem Händefalten

In seiner kalten Asche, stets für fremd gehalten.

Calidor

(Ein Fragment)

Jung Calidor durchquert im Boot den See.

Sein Geist ist wach, ist voll vom schönen Weh,

In das der Abend sich so liebend kleidet,

Weil er nur ungern von der Erde scheidet.

Noch zögert rings ein letztes warmes Licht.

Zum blauen Himmel hebt er das Gesicht

Und lächelt lang hinauf in klare Runde,

Bis er im Herzen fühlt die Sehnsuchtswunde;

Da wendet er den Blick zum sanften Bogen

Der Uferböschung und ins Blätterwogen

Der Bäume, die sich schattend niederneigen

Und sich im See die zarten Blüten zeigen.

Sein froh begeistert Auge folgt dem Schwung

Der flinken Schwalbe durch die Dämmerung,

Wie sie so launisch auf und nieder schwebt,

Bald tief zum Wasser stößt, bald hoch sich hebt,

Jetzt mit der Brust die kühle Nässe streift,

Jetzt unsichtbar in blauen Höhen schweift.

Nun hebt sich seines Bootes scharfer Kiel

Und gleitet leicht durch krauses Wellenspiel

Hinein in breites Wasserlilienbeet:

Wie weiß ein jeder Blütenbecher steht

Und Tau erhoffend auf zum Himmel schaut.

Ganz nahe hier liegt voll von Busch und Kraut

Ein Inselchen: von dort genießt man gut,

Wie schön der See in seinem Ufer ruht,

Das sich zum Fuß der blauen Berge dehnt;

Doch keiner, der mit warmem Herzen sehnt

Und klaren Auges sieht, was die Natur

An Schönheit zeigt auf beider Ufer Flur,

Geht leicht vorbei; sie grüßte Calidor

Heut sanfter noch als alle Zeit zuvor.

Seitwärts die Wipfel, reich in Gold gekleidet,

– Die frohe Sonne schenkt es, eh sie scheidet –

Draus ab und zu der Eichelhäher schießt

Und bunte Schönheit in die goldne gießt.

Ein alter Turm mit sturmzerstörten Mauern,

Zu stolz, um einstige Größe zu betrauern;

Schwarz wacht beim grauen Grab die starre Fichte

Und wirft zu Boden ihre harten Früchte.

Das Fischerkirchlein, dicht vom Epheulaube

Umkränzt bis hoch zum Kreuz; die weiße Taube,

Die auf dem Fenster glättet ihr Gefieder,

So licht, als käme sie vom Himmel nieder.

Grünbuschige Inseln legen linden Schatten

Quer übern See. Durchs Zwielicht lugen Matten

Mit breiten Ampferblättern und Ranunkeln,

Mit wilder Katzen glühem Augenfunkeln,

Mit zarten silberigen Birkenbäumen,

Mit hohen Gräsern, die all dies umsäumen.

Und Abendtau erquickte alles Schöne,

Als Calidor beglückt die Silbertöne

Einer Trompete hörte. Ach, es nahen

Viel Freuden ihm! Des Wächters Augen sahen

Durchs Tal herauf der Schimmel Mähnen wehen;

Bald wird er seine liebsten Freunde sehen!

Er stößt sein Boot voran mit heitrem Sinn,

Nun streicht er einsam übers Wasser hin,

Blind für den Schwan und taub für Philomele –

So sehr voraus eilt drängend seine Seele.

Nun wendet er mit kräftigem Ruderstoß

In letzte Bucht, und düster ist und groß

Das Schloß, noch fern, vor seinem Blick erschienen.

Fast schneller, als die eifrigste der Bienen

Zwei Pfirsiche umsummen kann, erreichten

Des leichten Bootes Rippen jene feuchten

Marmornen Stufen, die ins Wasser führen.

Und aufwärts eilt er, dann durch Flügeltüren,

Durch eichene Hallen und durch Corridore.

Köstliche Töne! Nie klang seinem Ohre

Und seinem Herz ein Vogellied so traut,

Als jetzt der Rossehufe Klapperlaut.

Zwei edle Hengste und ein Zelterpaar

Ward er beim Eintritt in den Hof gewahr:

In lockern Zügeln warfen sie die Nacken

Zurseite, während sie auf Prachtschabracken

Glückliche Bürden trugen durch das Tor.

Welch sanften Kuß und Druck gab Calidor

Den Händen jeder Dame! Wie entzückt

Umspannt er feine Knöchel! Süß entrückt

War seine Seele, während Flüstergrüße

Ihn zögern ließen, ihre zarten Füße

Herab zu lassen auf die harte Erde.

Wie süß dies Schmiegen, als sie sich vom Pferde

Hin über seinen Nacken sinken ließen!

Und ob da leise Sehnsuchtstränen fließen,

Oder ob ihre Locken Tau gefangen:

Er fühlte eine Feuchte auf den Wangen –

Und segnete mit Lippen, die erbeben,

Mit Augen, die sich leuchtend aufwärts heben,

All diese Wonne, die so weich und warm

Und innig sich geschmiegt in seinen Arm.

Auf seiner Schulter hing die Grübchenhand

Schön wie ein Wunder aus dem Feenland,

Wie weiße Cassiablüte, die der Regen

Der Sommernacht erfrischt – o reicher Segen!

Er koste sie mit seiner frohen Wange,

Als ob er alle Seligkeit empfange,

Da schlug Sir Clerimonds freundliches Grüßen

Ans Ohr ihm. Sanft zog er aus ihrer süßen

Knechtschaft den Arm, den neuer Dienst begehrt,

Voll Dank, daß ihm so viele Lust bescheert,

Indes er an die Stirne eine Hand

Herzinnig preßte, die ein Gott gesandt,

Bedrängten gut zu helfen: eine Hand,

Die aus den kalten Klippen dieser Welt

Jung Calidor erheben wird zum Held.

Zwischen den Pagen und den Fackeln stand

Bei seinem Roß ein Ritter, elegant

Und stolz gewachsen; seine Federn wären

Im Wind so hoch wie wilde Eschenbeeren

Oder wie Hermes' Flügelkappe ragt.

Und sicher hätte nie ein Mensch gewagt

Den Panzer, den er trug und der so fein

Geflochten war, für Stahl zu halten, nein,

Man hielt ihn eher für ein Prunkgewand,

In dem wohl gar ein hoher Engel stand,

Der sich verkappt den Gästen zugesellt.

»Sir Gondibert, der weit berühmte Held,«

So stellte Clerimont ihn munter vor.

Der junge Krieger kam zu Calidor

Anmutigen Schritts voll Herzlichkeit heran

Und bot gepanzert eine Hand ihm an,

Bereit zu grüßen den erglühten Knaben;

Der schaut, als dürfe er die Augen laben

An hohem Wunder. Während er voll Glück

Die Damen führte, sah er oft zurück,

Im Licht der Lampen, die vom Dach der Halle

Herniederhingen und die Wehrmetalle

In überirdischem Glanz erstrahlen machten,

Die ritterlichen Brauen zu betrachten,

Die unter feingeschwungenem Visier

Sich wölbten über Augen von Saphir.

Bald sitzen sie in angenehmem Raum.

Die Damen mit den Lippen süß wie Traum

Begrüßten all die grünen Ranken schon,

Die rund um Fenster klimmen und Balkon,

Um ihre purpursternigen Blütenlocken

Zu zeigen und die zarten Bernsteinglocken.

Sir Gondibert tat ab sein stählern Kleid,

Und er genießt nun voll Behaglichkeit

Den leichten Mantel über Brust und Rücken.

Und während Clerimond mit milden Blicken

Sich umschaut, brennt jung Calidor danach,

Von Rittertat zu hören: wie man Schmach

Zurückwies, wie man stark mit tapfrer Hand

Von werter Fraue Schrecken abgewandt;

Und übervoll hiervon gab jeder Hand

Der Damen er so warmen Kuß und blickte

So feurig drein, daß es sie halb entzückte

Und halb erstaunte, bis sich herzbewegt

Ein Lächeln über ihre Mienen legt,

So süß wie sonnenselig Himmelsblauen

Hoch über zauberhafte Inselauen.

Sanft kamen Lüfte aus des Waldes Herzen,

Sanft bliesen seitwärts sie das Licht der Kerzen,

Klar war der Sang der Nachtigallenkehle,

Lieblich der Duft der Lindenblütenseele,

Verlockend wild der ferne Hörnerklang,

Reizend der Mond auf seinem stillen Gang.

Süß auch die Unterhaltung dieser Freunde

Wie guter Geister fröhliche Gemeinde,

Wie sanftes Summen, das wir rundum hören,

Wenn Hesperus erscheint mit Sternenchören.

Süß sei ihr Schlaf – – –

Dedikation an Leigh Hunt

Liebreiz und Glaube sind dahingeschwunden,

Denn ziehn wir jetzt aufs freie Feld hinaus,

Grüßt kein Altar, drauf Kranz und Blumenstrauß

Als frommes Opfer frohen Tod gefunden.

Und keine Mädchen ziehn in ersten Stunden

Des Tags auf Floras weites Land heraus,

Mit Rosen, Veilchen, Korn und Blattgekraus

Dem Mai den Dank der Jugend zu bekunden.

Doch andre Lust – und größre – bleibt zu pflücken

Und wird auf meinen Weg mir Blumen streuen:

Vermag auch heut kein Pan mehr zu entzücken,

So wird doch tiefre Freude mich erneuen,

Wüßt' ich mit dieser Gabe zu beglücken

Und einen Mann wie du bist zu erfreuen.

An …

Wär ich von ritterlichem Wuchs, vielleicht

Wär meinem Weh ein Widerhall erwacht

Und hätte wohl dein Herz in Glut entfacht,

Daß es mir selbst die Waffen überreicht.

Doch ach, ich bin kein Held, dem alles weicht,

Und meine Brust schirmt keine Panzerpracht;

Kein Schäfer bin ich, dem ein Mädchen lacht,

Und dessen Mund erzittert und erbleicht.

Und muß dich dennoch lieben – süß dich nennen,

Viel süßer noch als Hybla's Rosenbecher,

Wenn sie von Tau gefüllt fast überrinnen.

Ah, dieser Tau! Ich will, ich muß ihn kennen!

Erscheine Mond! Mach mich zum seligen Zecher!

Mit Spruch und Zauber muß ich ihn gewinnen!

Wie viele Sänger schritten durch die Zeit

Wie viele Sänger schritten durch die Zeit

Und gaben meiner Seele ein Entzücken,

Denn jede Schönheit suchte ich zu pflücken,

So Erdenklang wie Sang der Ewigkeit!

Und oft, wenn mich der Muse Kuß geweiht,

Schwillt dieses Tönemeer, mich zu beglücken.

Doch sucht kein Klang den andern zu erdrücken,

Da ist kein roher Lärm, kein wilder Streit.

Es ist wie Sang, den uns der Abend bringt:

Das Quellenrieseln und der Glockenklang,

Das Vogellied, der Blätter eiliges Sprechen –

Wie alles dies im Chor zusammenklingt

Und tönend formt des Tages Schlußgesang,

Und keins vermag die Einheit zu durchbrechen.

Ich sah von Hügelhöh ins Land hinein ...

Ich sah von Hügelhöh ins Land hinein.

So stille lag die Luft im Sonnenschein,

Daß volle Knospen, die in sanftem Bogen

Die leichten schwanken Stengel seitwärts zogen,

Noch glänzten in dem bunten Sternenprangen,

Mit dem der Morgen schluchzend sie behangen,

Die Wolken waren weiß und rein wie Schafe,

Die nach der Schur und nach geruhigem Schlafe

Im Bache badeten; sie lagen matt

Im blauen Himmelsfeld; und Blatt um Blatt

Schien nur ein leiser Atem zu bewegen,

Das Schweigen nur schien seufzend sich zu regen;

Denn jeder Schatten, der ins Grüne fiel,

Lag steif und starr und wußte nichts von Spiel.

Die Landschaft ruhte still und weit und frei

Und lud den Blick zu trunkner Schwelgerei:

Des Horizonts krystallnen Glanz zu sehen

Und seinen zarten Linien nachzugehen,

Auch jenem Feldweg, der sich seltsam windet,

Durch Wälder krümmt und fern, ganz fern verschwindet;

Und an bebuschten Streifen zu erkennen,

Wo unter Schatten kühle Wasser rennen.

Ich schaute, und mir war so wohl und klar,

Als fächte sanft des Hermes' Flügelpaar

Die Füße mir. Mein Herz war leicht und frei,

Den Geist entzückten Freuden mancherlei.

Nach buntem Strauß begann ich mich zu bücken,

Mir weiße, blaue, goldne Lust zu pflücken:

Ein Busch Maiglöckchen, daran Bienen hängen,

Die wühlend lief in süße Kelche drängen;

Ein Guß Goldregen soll darüber fließen,

Und langes Gras soll' meinen Strauß umschließen,

Ihn feucht und kühl erhalten und in Schatten

Die Veilchen hüten, daß sie nicht ermatten.

Hier grünt ein Haselstrauch, um den mit schlanken

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