饭饭TXT > 海外名作 > 《Lausbubengeschichten》作者:[德] Ludwig Thoma【完结】 > Lausbubengeschichten - Ludwig Thoma.txt

第 9 页

作者:德- Ludwig Thoma 当前章节:4093 字 更新时间:2026-6-22 20:36

Er strich seinen Bart und tat, als ob er in der Schule wäre.

"Wie kann man eine solche Ansicht äußern!" sagte er. "Das ist sehr betrübend, wenn man diesen verkehrten Meinungen immer und immer wieder begegnet. Gerade die griechische Sprache ist wegen ihres Ebenmaßes und der Klarheit der Form hervorragend leicht. Sie ist spielend leicht zu erlernen!"

"Warum hast du dann III-IV?" fragte mich meine Mutter. "Du mußt jetzt sagen, wo es fehlt, Ludwig."

Ich war froh, daß der Bindinger nicht wartete, was ich sagen werde. Er legte ein Bein über das andere und sah auf die Decke hinauf und redete immer lauter.

"Haha!" sagte er, "die griechische Sprache ist schwierig! Ich wollte noch schweigen, wenn ihr den dorischen Dialekt im Auge hättet, da seine härtere Mundart gewisse Schwierigkeiten bietet. Aber der attische, diese glückliche Ausbildung des altjonischen Dialektes! Das ist unerhört! Diese Behauptung zeugt von einem verbissenen Vorurteil!"

Meine Mutter war ganz unglücklich und sagte immer:

"Aber ich meinte bloß... aber weil Ludwig..."

Marie half ihr auch und sagte: "Heini, du mußt doch denken, daß Mama es nicht böse meint."

Da hörte er auf, und ich dachte, daß er immer noch so dumm ist wie früher.

"Heini ist furchtbar eifrig in seinem Beruf; sonst ist er so gut; aber da wird er gleich heftig," sagte Marie, und meine Mutter war gleich wieder lustig.

"Das muß sein", sagte sie, "in seinem Beruf muß man eifrig sein. Und du weißt jetzt, Ludwig, wie leicht das Griechische ist. Ja, was macht denn das kleine Mimili? Das sitzt so brav da und sagt gar nichts!"

Das Mädel schaute meine Mutter an und lachte. Auf einmal machte es seinen Mund auf und sagte: "Gugudada."

Es strampelte mit den Beinen und streckte seine Hand dabei aus. Es war doch gar nichts, aber alle taten, als wenn ein Wunder gewesen ist.

Meine Mutter war ganz weg und rief immer: "Habt ihr gehört! Das Kind! Gugu-dada!"

"Sie meint, der gute Papa. Gelt, Mimi? Und die liebe Omama!" sagte Marie.

"Nein, wie das Kind gescheit ist!" sagte meine Mutter. "In dem Alter! Das habe ich noch nicht erlebt. Das liebe Herzchen!"

Der Bindinger lachte auch, daß man seine großen Zähne sah. Er bückte sich über den Tisch und stach dem Mädchen mit dem Zeigefinger in den Bauch und sagte: "Wart, du Kleine, duzi, duzi!" Und zu meiner Mutter sagte er: "Sie hat einen lebhaften Geist und beobachtet ihre Umgebung mit sichtlicher Teilnahme. Ich hoffe, daß sie sich in dieser Richtung weiterentwickelt."

Meine Mutter wollte, daß ich es auch sehe, aber ich war so giftig auf den Bindinger und fragte: "Was hat es denn gesagt?"

"Hast du nicht gehört, wie sie ganz deutlich sagte: Gugu-dada?"

"Das ist doch gar nichts", sagte ich.

"Es heißt der gute Papa", sagte Marie und wurde ganz weinerlich. "Du bist recht abscheulich, Ludwig!"

"Wie kannst du das nicht verstehen?" sagte meine Mutter und schaute mich zornig an. "Das versteht jeder Mensch." "Ich kann es gar nicht verstehen", sagte ich.

"Weil du überhaupt nichts weißt, loser Bube!" schrie Bindinger und machte blitzende Augen, wie in der Schule; "wenn du jemals den Aristoteles kennenlernen wirst, so wirst du begreifen, daß die Sprache unseres Kindes die onomato-poetische, die schallnachahmende Wortbildung ist."

Er brüllte so laut, daß der Fratz zu weinen anfing. Marie nahm ihn auf den Arm und ging damit auf und ab. Meine Mutter ging daneben und sagte: "Will das Kindchen lustig sein? Will das Kindchen nicht mehr sprechen, gugu-dada?"

Aber der Bindinger lief hinterdrein und sagte: "Nein, es soll nicht sprechen! Es soll hier nicht mehr sprechen! Dieser Bube hat vor nichts Ehrfurcht."

Ich machte mir aber gar nichts daraus.

目录
设置
设置
阅读主题
字体风格
雅黑 宋体 楷书 卡通
字体大小
适中 偏大 超大
保存设置
恢复默认
手机
手机阅读
扫码获取链接,使用浏览器打开
书架同步,随时随地,手机阅读
首 页 < 上一章 章节列表 下一章 > 尾 页